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Bei Blut im Stuhl auf jeden Fall zum Arzt

Bei Blut im Stuhl auf jeden Fall zum Arzt

Darmprobleme können viele Ursachen haben - und sie sind häufig: Die Experten der TV-Telefonaktion hatten jedenfalls ordentlich zu tun, um die vielen Fragen unserer Leser zu beantworten.

Trier. Ich bin 47 Jahre alt und habe seit rund zwei Jahren regelmäßig Durchfall, teilweise auch blutig - meine Mutter ist mit 44 Jahren an Darmkrebs gestorben. Was raten Sie mir?Dr. Sandra Kiulies: Besonders bei Ihrer familiären Vorgeschichte und der Tatsache, dass Sie teilweise Blut im Stuhl haben, sollten Sie unbedingt zum Hausarzt gehen: Der kann bereits erste Labor- und Ultraschalluntersuchungen vornehmen. Außerdem sollte er Sie zu einer Darmspiegelung überweisen.Ich habe, besonders nach Verzehr von Toastbrot, eher breiigen Stuhlgang. Kann da ein Zusammenhang bestehen?Dr. med. Klaus-Peter Schneider: Ja. Die Ursache liegt möglicherweise in der Rezeptur des Produktes. Es gibt aber auch die "Gluten unverträglichkeit" (Zöliakie oder Sprue): Hierbei handelt es sich um eine chronische Dünndarmerkrankung, die mit der Unverträglichkeit von Gluten einhergeht, dem Klebeeiweiß von Getreide wie Weizen, Roggen, Hafer, Gerste. Symptome sind Blähungen bis hin zum Durchfall, oft aber auch Mangelerscheinungen wie etwa Blutarmut, Osteoporose oder Kleinwuchs. Die Diagnostik besteht in einer Endoskopie mit Probeentnahmen aus dem Dünndarm und einem Antikörpertest im Blut.Ich bin 70 Jahre alt und habe fast jeden Morgen vor dem Aufstehen Bauchschmerzen - beim Stuhlgang bemerke ich regelmäßig teilweise blutverschmierte Kügelchen. Ich hatte in den letzten zehn Jahren vier Darmspiegelungen, wobei Divertikel festgestellt worden sind. Meine Hausärztin hat mir schon regelmäßig Antibiotika verschrieben.Dr. Dr. med. Thomas Dockner: In den Divertikeln, also Ausstülpungen im Dickdarm, kann sich Stuhlgang festsetzen, was dann zu schmerzhaften Entzündungen führt. Aufgrund der Entzündungsreaktion kann es zu Blutungen kommen. Das kann so weit kommen, dass eine Ausstülpung platzt und es zu einer lebensbedrohlichen Bauchfellentzündung kommt. Damit sich erst gar nicht Stuhlgang festsetzen kann, kann man ein Quellmittel nehmen, z. B. pflanzliche Flohsamenschalen. Wenn das nicht hilft, ist, um das Risiko einer Bauchfellentzündung zu senken und die häufige Einnahme von Antibiotika zu vermeiden, das von den Ausstülpungen betroffene Stück Darm zu entfernen.Ich bin 70 Jahre alt und leide seit etwa einem Jahr unter wässrigen Durchfällen. Magen- und Darmspiegelungen wurden bereits ohne Ergebnis durchgeführt.Dr. med. Viola Müller, Internistin: Sie sollten abklären lassen, ob bei Ihnen eine chronische Darmentzündung vorliegt. Sind bei der Magenspiegelung Proben aus dem Zwölffingerdarm genommen worden? Dies ist notwendig, um eine Glutenunverträglichkeit auszuschließen. Außerdem empfehle ich Ihnen, eine erneute Darmspiegelung vornehmen zu lassen, falls bei der bereits erfolgten keine Stufenbiopsie durchgeführt wurde: Dadurch kann eine mikroskopische Colitis ausgeschlossen werden. Sollte das alles weiterhin ohne Befund sein, sollte eine Stuhlprobe auf pathogene Keime wie etwa Salmonellen oder Ehec untersucht werden. Weiterhin sollte eine Unverträglichkeit für Milch- oder Fruchtzucker ausgeschlossen werden, ebenso eine Schilddrüsenüberfunktion. Sollte bei all diesen Untersuchungen kein pathologischer Befund erhoben worden sein, liegt der Verdacht eines Reizdarmsyndroms nahe.fgg