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Egal, ob am Küchentisch, in der Kantine, im Gourmetrestaurant, beim netten Italiener oder bei einem festlichen Bankettessen: Das auffälligste Kennzeichen für gute oder fehlende Tischmanieren ist die Art der Körperhaltung. Überall in Europa ist es richtig, sich gerade auf die Mitte des Stuhles zu setzen.

Beide Füße sollen, ungefähr hüftbreit, auf dem Boden aufgestellt sein und beide Hände sollen bis zum Handgelenk auf dem Tisch liegen. Gerade auf dem Stuhl sitzend sollte man sich weder an die Rückenlehne anlehnen noch die Arme auf Armlehnen ablegen und sich auch nicht vorne an den Tisch lehnen. Zwischen Tisch und Körper sollte ungefähr eine Handbreite und zwischen Rücken und Lehne mindestens eine Faust Platz haben. Wer diese Sitzhaltung ausprobiert, wird feststellen, dass sie ganz leicht bei einem drei- bis vierstündigen Essen durchzuhalten ist. Die Arme sollen beim Essen und Trinken so dicht wie möglich am Körper bleiben. Gesten gehören zur Kommunikation, doch Gestikulieren wirkt am Tisch eher peinlich als temperamentvoll. Diese aufrechte Körperhaltung bleibt auch beim Essen erhalten. Am meisten in Vergessenheit geraten ist jedoch, dass, sobald man das Besteck in den Händen hält, auch nicht mal mehr die Handgelenke den Tisch berühren sollen. Die Unterarme schweben dann quasi kurz über der Tischplatte und dürfen erst wieder auf der Tischplatte platziert werden, wenn das Besteck aus der Hand gelegt wird. Isst man Speisen nur mit einer Hand, dann wird die andere Hand in Europa auf den Tisch gelegt und nicht auf den Schoß. Woanders auf der Welt mag das in Ordnung sein, doch hier ist die Hand unterm Tisch unpassend. In privaten Situationen darf die ganz aufrechte Haltung ein wenig weiter vorgebeugt sein, wenn sich zum Beispiel Partner oder Freunde im angeregten Gespräch etwas mehr entgegenkommen. Aus Salka Schwarz: "Renaissance der Höflichkeit. Fragen zur Etikette im 21. Jahrhundert". Diese und weitere TV-Kolumnen finden Sie auch im Internet auf www.volksfreund.de/kolumne