Benimm Dich

Bevor man jemandem einen Krankenbesuch abstattet, hat man sich vorab darüber zu informieren, ob der Besuch überhaupt erwünscht ist und zu welcher Uhrzeit man kommen kann. Einfach vorbeizukommen ist, wenn überhaupt, nur im engsten Familien- und Freundeskreis erlaubt.

Wer akut krank ist und sich auch so fühlt, möchte oft gar keinen Besuch und bleibt lieber für sich. Wer länger so sehr krank ist, freut sich aber vielleicht doch darüber, wenn der eine oder andere Besucher kommt. Ihr Verhalten bei der Begrüßung sollte nur dann, wenn es die Umstände unbedingt erfordern, von der bisher üblichen Begrüßungsform abweichen. Findet Ihr Besuch im Mehrbettzimmer eines Krankenhauses statt, grüßen Sie natürlich auch die anderen im Krankenzimmer. Vorzustellen brauchen Sie sich ihnen jedoch nicht. Wenn Sie ein Geschenk mitbringen wollen, dann wissen Sie aufgrund der Erkrankung, ob Pralinen, ein Piccolo, ein (Hör-)Buch oder doch Blumen passend sind. Das Geschenk ist ideal, wenn es den Erkrankten ein wenig ablenkt oder wenn Sie ihm einen flüchtig genannten Wunsch erfüllen können. Bemühen Sie sich darum, sich respektvoll und äußerst diskret zu verhalten! Achten Sie das Distanzbedürfnis, die Privat- und Intimsphäre! Setzen Sie sich niemals auf das Krankenbett! Gehen Sie aus dem Krankenzimmer, wenn ein Arzt oder Pflegepersonal ins Zimmer kommt - dabei ist es egal, ob man Sie darum bittet oder nicht - bleiben Sie nur, wenn Sie dazu aufgefordert werden! Möge es Ihnen gelingen, Besinnung, Ruhe, Zuversicht oder auch Frohsinn und Heiterkeit auszustrahlen. Versuchen Sie, eine kleine Freude zu bereiten - auch mit Humor, wenn es passt! Aus Salka Schwarz: "Renaissance der Höflichkeit. Fragen zur Etikette im 21. Jahrhundert". Diese und weitere TV-Kolumnen finden Sie auch im Internet auf www.volksfreund.de/kolumne