Benimm Dich

Ganz unproblematisch ist das Duzen in Deutschland ja nur im engsten Freundes- und Familienkreis. Insofern ist es nur allzu verständlich, wenn man nicht mit jedem Menschen per Du sein möchte.

Die Sie-Anrede als die in der deutschen Sprache übliche Anredeform ist weder ein Hinweis auf Sympathie noch auf Antipathie. Die Anrede mit Sie vereinfacht einen sachlichen und korrekten Umgangston. Gleichzeitig sichert das Sie in der Anrede auch mehr Distanz, die gerade im Berufsleben erforderlich ist. Am einfachsten ist es, wenn Sie Duz-Angebote im Unternehmen konsequent ablehnen - über Hierarchien hinweg. Auf diese Weise wird sich niemand zurückgesetzt fühlen, und Ihnen bleibt es erspart, sich ständig neue Argumente ausdenken zu müssen. Lehnen Sie das Duz-Angebot freundlich ab. Das könnte so klingen: "Ihr Angebot ehrt mich, vielen Dank dafür. Ich fürchte jedoch, dass ich es später schwer hätte, den anderen Kollegen gegenüber Nein zu sagen, und ich möchte mich im Berufsleben gar nicht duzen. Deshalb verstehen Sie es bitte, dass ich lieber beim Sie bleiben möchte." Leichter wird es beiden Personen fallen, wenn der Wunsch um die Du-Anrede in gleichem Maße Fingerspitzengefühl aufwies: "Wir arbeiten zwar noch nicht allzu lange zusammen, aber wollen wir nicht zum Du übergehen? Ich würde mich freuen! Doch wenn Sie lieber beim Sie bleiben wollen, dann verstehe ich das. Schließlich arbeiten wir schon jetzt wunderbar zusammen." Bei einer überraschenden Anfrage nehmen Sie sich die Zeit, in Gedanken bis zehn zu zählen, bevor Sie sich entscheiden. Aus Salka Schwarz: "Renaissance der Höflichkeit. Fragen zur Etikette im 21. Jahrhundert" Diese und weitere TV-Kolumnen finden Sie auch im Internet auf www.volksfreund.de/kolumne