Benimm Dich

Angenommen, Sie sind zu einer Feier eingeladen, die Sie allein besuchen und wo Sie niemanden kennen. Das ist vielleicht zunächst keine angenehme Situation, so allein in fremder Gesellschaft zu sein.

Bitte rechnen Sie auch nicht damit, dass es ganz einfach wird. Doch es kann wesentlich interessanter werden, als wenn sie jemanden im Schlepptau hätten, um den Sie sich mitkümmern müssten. So sind Sie frei und gewissermaßen gezwungen, neue, hoffentlich freundliche Menschen kennenzulernen. Das gelingt Ihnen, wenn Sie sich für andere Menschen interessieren. Doch Ihr Interesse allein reicht noch nicht - die anderen müssen sich auch für Sie interessieren. Im Allgemeinen sind für uns Menschen interessant, wenn sie uns ähnlich sind, wenn sie etwas Besonderes an sich haben oder dann, wenn sie uns nützlich erscheinen, wenn auch vielleicht nur für einen netten Small Talk. Ob Ihnen die Person sympathisch ist oder nicht, ist zunächst allein von ihrem äußeren Erscheinungsbild abhängig. Auch Nützlichkeit ist ein wichtiges Kriterium zur Auswahl eines Gesprächspartners - Sie wollen herausbekommen, ob sich der Kontakt lohnt. Dann lohnt es sich, die Person anzusprechen. Auch, wenn Sie sich einer Gruppe anschließen wollen, werden Sie nur Erfolg haben, wenn sich mindestens einer aus der Gruppe Ihnen zuwendet und zurücklächelt. Dann lohnt es sich, etwas näher heranzugehen und sich dazuzustellen. Hören Sie eine Weile nur gut zu. Sie sollten erst dann etwas sagen, wenn Sie tatsächlich etwas zu sagen haben - etwas Interessantes und zum Thema Passendes. Da nichtsdestotrotz über den Erfolg Ihres Kontaktversuchs nicht Sie selbst, sondern Ihr Gegenüber entscheidet, sollten Sie - mit all dem Wissen - ganz bewusst darauf achten, positive Signale zu senden - mit Ihrem gesamten äußeren Erscheinungsbild. Aus Salka Schwarz: "Renaissance der Höflichkeit. Fragen zur Etikette im 21. Jahrhundert". Diese und weitere TV-Kolumnen finden Sie auch im Internet auf www.volksfreund.de/kolumne