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Beste Pflanzzeit für Laubgehölze

Beste Pflanzzeit für Laubgehölze

Der Wettbewerb um Rekordbäume ist in der Region angekommen. Bei der Kür der sogenannten "Championtrees" geht es darum, den stärksten Baum einer Art oder Sorte zu finden. Gartenbesitzer denken jetzt vor allem ans Pflanzen. Wie groß und breit das Gehölz einmal werden kann, sollte man dabei jedoch auch im Blick behalten.

Das hätte sich Henri Owen Tudor, der Erfinder des ersten brauchbaren Akkumulators nicht träumen lassen. Als der gebürtige Ferschweilerer und Freund Edisons seinen Park im luxemburgischen Rosport (siehe Extra) mit Bäumen bestückte, dachte er nicht daran, dass sie einmal als Rekordbaum Aufsehen erregen könnten. Auf zweihundert Jahre wird die Hänge-Ulme geschätzt, unter der eine ganze Gruppe von Baumkundlern Platz findet. "Es ist die größte in Luxemburg", sagt Tom Stein, der die Dendrologen durch den Schlosspark um das heutige Gemeindehaus führt. Der Luxemburger, der am Lycée Technique Agricole in Ettelbruck lehrt, hat den gesamten Osten Luxemburgs nach Rekordbäumen abgesucht.
Wie Tudor geht es allen, die jetzt ein Gehölz pflanzen: Die Vermessung eines Rekordbaums müssen sie nachfolgenden Generationen überlassen. Aber die besten Chancen, gut anzuwachsen, haben Laubgehölze um diese Zeit. Im Spätherbst ist der Boden feucht und hat noch die Wärme der Saison gespeichert. Bis zum Winter bleibt genügend Zeit einzuwurzeln. Die beste Wuchsgarantie sind optimale Standortbedingungen.
Dazu gehört, erstens: den richtigen Platz aussuchen. Es gibt ausgesprochene Sonnenanbeter und solche, die von Natur aus im Wald wachsen. Entsprechend wählt man für Rhododendron halbschattige Plätze, während beispielsweise eine Silberbirne vollsonnig stehen darf.
Zweitens: den Platzbedarf berücksichtigen. Vor dem Kauf sollte man sich über die Endhöhe und Breite informieren und den Standort darauf abstimmen. Von einigen Gehölzen gibt es schmale Säulenformen oder platzsparende Hochstamm-Varianten. Manche Gehölze lassen sich problemlos beschneiden, wenn es eng werden sollte. Sträucher und Bäume, bei denen es auf den malerischen Wuchs ankommt, müssen sich dagegen frei entfalten können.
Drittens: Auf den Boden kommt es an. Gerade in Neubaugebieten ist der Platz für den Baum vor dem Haus häufig verdichtet. Das macht eine entsprechende Bodenvorbereitung notwendig. In normalem Gartenboden reicht es, ein Pflanzloch von der doppelten Größe des Wurzelballens auszuheben und die Sohle der Pflanzgrube zu lockern. Vermengt man den Aushub mit Komposterde, hat man die perfekte Pflanzerde. Als Startdünger gibt man eine Schaufel voll Hornspäne in die Pflanzgrube. Wird die Baumscheibe abgemulcht, empfiehlt sich eine Extragabe Dünger. Bodenorganismen zersetzen die Rinde mit der Zeit. Dabei wird dem Boden Stickstoff entzogen, der dem Gehölz dann fehlt. Deshalb verteilt man nach dem Pflanzen eine Handvoll Hornspäne auf der Bodenoberfläche und arbeitet den Langzeit-Stickstofflieferanten flach ein. Erst dann wird der Rindenmulch aufgebracht.
Rekordbäume



Auf der ganzen Welt, gehen "Baum-Jäger" auf die Suche nach großartigen Bäumen. Sie vermessen den Stammumfang. Der mächtigste Holunder Deutschlands beispielsweise steht in Wolsfeld (Kreis Bitburg-Prüm). Der jeweils stärkste Baum seiner jeweiligen Art oder Sorte ist Rekordbaum. Die international als "Champion Trees" bezeichneten Sieger werden in einer Datenbank erfasst. Man findet die Liste unter <%LINK auto="true" href="http://www.championtrees.de" class="more" text="www.championtrees.de"%>
Die systematische Erfassung geht auf eine Initiative der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft (DDG) und der Gesellschaft Deutsches Arboretum (GDA) zurück und besteht seit 2009. Initiator in der grenzüberschreitenden Großregion Trier-Luxemburg-Saarland ist der Vizepräsident der Dendrologischen Gesellschaft, Eike Jablonski. Wer sich in die Initiative "Rekordbäume - Champion Trees" einbringen will, kann sich an den leitenden Lehrbeauftragen an der Luxemburger Ackerbauschoul in Ettelbruck wenden: eike.jablonski@education.lu oder telefonisch unter 06566-932767.
Extra

Sehenswert ist auf dem Gelände des ehemaligen Tudor-Anwesens nicht nur der alte Baumbestand mit Luxemburgs größtem Schnurbaum, knorrigster Hänge-Ulme und einem freiwachsenden Lebensbaum, den man meist nur als Heckenpflanze kennt. Das interaktive Museum über Strom und Akkumulator hat von November bis März jeweils Mittwoch bis Sonntag von 14 bis 16 Uhr geöffnet. Weitere Infos unter <%LINK auto="true" href="http://www.musee-tudor.lu" class="more" text="www.musee-tudor.lu"%>. Musée Tudor, 9, rue Henri Tudor, L-6582 Rosport.