Bügel hilft gegen Diebstahl

Bügel hilft gegen Diebstahl

Die Stiftung Warentest hat Fahrradschlösser untersucht. Egal ob Bügel-, Panzer- oder Spiralkabel-schloss, jede Sicherung sollte einem Aufbruchversuch mindestens drei Minuten standhalten.

Berlin. (td) Mal versuchen es die Diebe mit roher Gewalt, mal mit geschicktem Herumfummeln am Schließzylinder. Wer seinen geliebten Drahtesel an die Kette legt oder mit einem Laternenpfahl eng verkabelt, ist vor Fahrradklau nicht völlig sicher.Unsichere Kantonisten und sichere Sieger

In der Zeitspanne von drei Minuten machten sich die "Testdiebe" an den Schlössern zu schaffen. Das Testergebnis von test zeigt unsichere Kantonisten neben sicheren Siegern. Das Fahrradschloss sollte groß genug sein, um ein Laufrad und den Rahmen mit einem Zaunpfosten, Schildermast oder Abstellbügel umschließen zu können. Das erfordert Kompromisse: Mit einer sehr großen nutzbaren Innenlänge von rund 85 Zentimetern klappt der Dreierverbund mit einem der Spiralkabelschlösser fast immer. Aber die Spiralkabel der neun geprüften Modelle lassen sich mit schwerem Handwerkszeug bequem durchbeißen. Qualitätsurteil der Tester: "mangelhaft". Panzerkabelschlösser sind eine Alternative. Der Name verspricht Widerstand gegen Gewalt. Zwei der verstärkten Kabelschlösser im Test - "Abus Steel-O-Flex 950/100", "Trelock KS 630" - sind gegen Aufbrechen "sehr gut" oder "gut" gesichert. Oft täuscht der Überzug eine Seilstärke vor, die das dünne Drahtseil im Kern bei Weitem unterschreitet. Als sichere Bank erwiesen sich Bügelschlösser. Sie sperrten sich erfolgreich gegen Kneifen, Schneiden und Sägen per Hand. Bis auf eine Ausnahme - "RexCraft" - ließen sich die Schließzylinder weder mit speziellen Entsperrwerkzeugen noch mit einfachen Methoden in drei Minuten öffnen. Mit sechs "guten" und zwei "befriedigenden" Qualitätsurteilen ist diese Bauart die beste im Test. Ihr Nachteil: Die nutzbare Innenlänge der kaum zu knackenden Bügel liegt nur zwischen 18 und 26 Zentimetern, die Bügelbreite bei höchstens elf Zentimetern. Das ist oft zu kurz und zu schmal, um das Rad sicher an eine Laterne oder einen Baum anschließen zu können. Das Faltbügelschloss "Abus Bordo 6000/90" und das 2-Bügel-Schloss "Master Lock Street Cuff 8200" überzeugten in der Sicherheitsprüfung. Auch das Kettenschloss "Abus Steel-O-Chain 810/110" bietet eine "gute" Aufbruchsicherheit. Aber es nervt zum Beispiel, wenn beim Fahren seine Kettenglieder ständig klirren. Das ist auch bei der Einsteckkette "RL 100" für das Rahmenschloss "Axa Defender RL" der Fall. Diese kluge Kombination aus Rahmen- und Kettenschloss hat ein größeres Problem: Das Teil am Rahmen überstand die Aufbruchversuche "gut", aber die Kette zum Anschließen ließ sich ohne große Mühe knacken. Ähnlich negative Erfahrungen beim Kabelschloss zum Falten ("Burg-Wächter Zick-Zack-Zu"): Die Faltgelenke sind stabil, aber die Seilstücke nicht sicher genug. Testergebnis für beide: "mangelhaft".