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Das Beste gegen schlechte Noten: weiterlernen

Das Beste gegen schlechte Noten: weiterlernen

Wenn die Noten im Keller sind, sollten Schüler den Kopf nicht in den Sand stecken. Das ist einer der Tipps, den unsere beiden Experten während der zweistündigen Telefonaktion unseren Leserinnen und Lesern zum Thema "Schlechte Noten" gaben. Und nicht nur das.

Meine Tochter ist in der siebten Klasse und hatte drei Fünfer auf dem Halbjahreszeugnis. In der sechsten Klasse hatte sie auch schon einmal eine Fünf auf dem Zeugnis. Dann hatte sie es aber geschafft, in allen weiteren Klassenarbeiten eine Zwei zu schreiben. Was raten Sie uns?Elfriede Mommenthal-Aymanns: Schauen Sie gemeinsam mit Ihrer Tochter nach den Ursachen. Setzen Sie sich in Ruhe mit ihr hin und besprechen Sie das Halbjahreszeugnis. Fragen Sie Ihre Tochter: "Was meinst du, woran es liegt, dass die Noten in diesen Fächern so runtergegangen sind?" In der Regel weiß das Kind, woran es liegt. Häufig liegt schlechten Noten eine falsche Lernstrategie zugrunde oder eventuell ist Ihre Tochter über- oder unterfordert. Mithilfe einer Diagnostik könnte dies geklärt werden. Eine Frage, die beantwortet werden sollte, ist auch: Was hindert Ihre Tochter daran, ihr Potenzial zu entfalten? Drohungen und Vorwürfe helfen nichts, wichtig ist, dass Sie Ihre Tochter unterstützen. Stärken Sie das Selbstwertgefühl des Kindes. Sie hatte es ja bereits schon einmal geschafft, von einer schlechten Note wegzukommen. An diesen Erfolg können Sie anknüpfen. Was hat damals geholfen? Hilfreich kann auch ein Gespräch mit den jeweiligen Fachlehrern sein.Mein Sohn ist in der achten Klasse. Er war immer ein Zweier-Schüler, aber jetzt sind seine Noten in den Hauptfächern im Keller, und er macht den Klassenclown. In der fünften Klasse wurde er lange Zeit gemobbt, aber wir konnten die Sache privat klären. Ich habe meinem Sohn jetzt das Handy und den Laptop weggenommen. Kann hinter seinen schlechten Noten Prüfungsangst und hinter seinem auffälligen Verhalten die Pubertät stecken?Michael Schmitt: Suchen Sie zu dritt das Gespräch mit den Lehrern und gegebenenfalls auch mit der Schulsozialarbeiterin. Eventuell kann es doch noch einen Zusammenhang zwischen der jetzigen schulischen Situation und der Mobbingerfahrung Ihres Sohnes geben. Vielleicht spielt er den Clown, gibt eine andere Person vor, die er nicht ist, um nicht mehr Mobbingopfer sein zu müssen. Nachmittags sollten Sie gemeinsam feste Zeiten für Hausaufgaben und das Lernen sowie für Freizeitaktivitäten einplanen. Dass Sie Ihrem Sohn das Handy und den Laptop weggenommen haben, kann helfen, aber es kann auch sein, dass er dann ganz dicht macht. Besser wäre es, mit Ihrem Sohn eine gemeinsame Lösung zu finden und Zeiten festzulegen, wann er Handy und Laptop nutzen darf.Unser Sohn hat eine Empfehlung für das Gymnasium und schreibt plötzlich schlechte Noten.Mommenthal-Aymanns: Bleiben Sie gelassen und vertrauen Sie der Empfehlung der Schule. Verdeutlichen Sie Ihrem Sohn, dass schlechte Noten mal vorkommen können. Vielleicht setzt er sich unter Druck, will zeigen, wie gut er ist. Dann gilt es, diese Enttäuschungen noch mehr aufzufangen. Schauen Sie sich mit Ihrem Sohn zusammen die Klassenarbeiten und Rückmeldungen genau an und bleiben Sie mit den Lehrern im Gespräch. Das Beste gegen schlechte Noten ist weiterlernen.Extra

Zwei Fachleute haben die Fragen von Eltern am TV-Schultelefon beantwortet. Elfriede Mommenthal-Aymanns ist Mitarbeiterin im Kompetenzzentrum für angewandte pädagogische Psychologie (KAP). Michael Schmitt ist von der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Palais e.V. in Trier. kat