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Das Ende des guten alten Fernsprechens

Das Ende des guten alten Fernsprechens

Wenn in wenigen Monaten die Telefonanbieter ihre Altkunden auf Internet-Telefonie umstellen, gilt es für viele Verbraucher einiges zu beachten. Schon jetzt ist die Verunsicherung groß. Wir geben Ihnen - gemeinsam mit der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz - Tipps, was nun zu tun ist.

Noch vor wenigen Jahren war Telefonieren einfach: Bis in die 1980er Jahre schlossen spezielle Techniker der Deutschen Bundespost Telefone an, und diese Telefone waren nicht mal im freien Handel erhältlich. Inzwischen ist alles komplizierter und unübersichtlicher geworden: unzählige Tarife, verschiedene Anbieter, zusätzliche Geräte und - in den kommenden Monaten die Umstellung vieler Altkunden auf Internet-Telefonie.
Familie & Volksfreund Telekommunikation


Denn die Telekom und andere Telefonanbieter werden Altkunden bis 2018 auf die sogenannte IP-Technik umstellen, die Internet-Protokoll-Telefonie. Heißt: Telefonate werden nach der Umstellung ausschließlich über das Internet geführt. Doch schon jetzt, weiß Michael Gundall, Telefonexperte der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, gibt es eine große Verunsicherung bei den Verbrauchern. Er klärt auf: "Vor aussetzung für die neue Technik ist ein funktionierender DSL-Anschluss", erklärt der Verbraucherschützer. Verbraucher könnten folglich das analoge Telefon weiter nutzen: "Jedoch funktionieren einige wesentliche Eigenschaften des herkömmlichen Anschlusses nicht mehr."
So sei etwa die Funktion "Rückruf bei besetzt" bei IP-Anschluss derzeit nicht möglich. Ein weiterer gravierender Nachteil: "Fällt der Strom aus, ist auch die Telefonleitung automatisch unterbrochen." Gerade Menschen mit einem Hausnotrufsystem seien jedoch auf diese Ausfallsicherheit angewiesen.
Rein technisch ist bei der Umstellung auf IP oft auch ein neuer Internetrouter notwendig. "Meist lohnt sich der Kauf eher als das Mieten eins Gerätes", sagt Gundall. Denn Einsteigergeräte gebe es bereits ab 60 Euro. Weil seit diesem August auch kein Routerzwang mehr besteht, können Verbraucher auch Geräte einsetzen, die etwa nicht von der Telekom stammen. Entscheidend ist, dass in der Betriebsanleitung der Zusatz "Annex-J"-fähig angegeben ist.
Wird der Anschluss dann auf Internet-Telefonie umgestellt, muss auch die Verkabelung geändert werden. "Viele ältere Menschen und technische Laien trauen sich die Installation nicht zu", weiß Michael Gundall. Um nicht gekündigt zu bekommen, müssen Verbraucher jedoch umstellen. Allerdings werden dafür etwa bei der Telekom noch Kosten fällig - etwas, was der Verbraucherschützer bemängelt. Gundall: "Wir fordern eine kostenfreie Installation."
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Extra

Im Vortrag "Umstellung auf IP-Telefonie und Durchblick im Tarif-Dschungel" am Dienstag, 18. Oktober, 15 Uhr, gibt Telekommunikationsexperte Michael Gundall Tipps zur Umstellung und informiert darüber, wie man den Durchblick bei Telefon, Handy- und Internetverträgen behalten kann. Er zeigt Wege zu Verträgen auf, die zum eigenen Nutzungsverhalten passen, und sensibilisiert für die möglichen Tücken von Online-Angeboten und Tarifrechnern. Der Vortrag findet in der Verbraucherzentrale Trier, Fleischstraße 77 statt. Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldung unter Telefon 0651-48802. sas