Das hilft bei Blasenschwäche

Das hilft bei Blasenschwäche

Die Telefone klingelten pausenlos: Kann ein Bandscheibenvorfall Inkontinenz verursachen? Was hilft bei einer Reizblase? Vier Mediziner beantworteten die Fragen unserer Leser zum Thema "Probleme mit der Blase" am TV-Gesundheitstelefon.

Trier. (kat) Hier einige der zahlreichen Fragen und Antworten:

Ich verliere seit einiger Zeit unwillkürlich Urin und Stuhl. Und ich habe das Gefühl, dass meine Blase gesenkt ist.

Dr. Wolfgang Günther, Chefarzt der Geburtshilflich-Gynäkologischen Abteilung des Marienkrankenhauses in Trier-Ehrang: Hilfreich kann zunächst Beckenboden-Gymnastik unter fachlicher Anleitung bei speziell ausgebildeten Krankengymnasten sein. Teilweise können auch medikamentöse Verfahren angewendet werden. Wenn dies alles nicht hilft, sollten Sie Spezialisten zu Rate ziehen und Ihre Beschwerden urologisch-gynäkologisch sowie von einem Enddarmspezialisten (Proktologe) abklären lassen, damit ein gemeinsames Behandlungskonzept erstellt werden kann. Eventuell wird operiert.

Ich bin 44 Jahre alt und habe vier Kinder geboren. Beim Sport verliere ich immer Urin. Was hilft?

Dr. Wolfgang Günther: Häufig hilft Beckenboden-Gymnastik. In einigen Fällen ist nach ausführlicher Vordiagnostik das Einlegen eines Kunststoffbändchens unter der Harnröhre unter lokaler Betäubung sinnvoll.

Ich muss nachts bis zu fünfmal Wasser lassen. Was kann dahinter stecken?

Dr. Wolfgang Günther: Wichtig ist, dass man verschiedene Ursachen von Herzproblemen bis hin zu einer überaktiven Blase in Betracht zieht. Die Ursache sollte hausärztlich, gegebenenfalls gynäkologisch sowie urologisch abgeklärt werden.

Nach einem Schlaganfall habe ich oft das Gefühl, ich muss zur Toilette, obwohl die Blase fast leer ist. Kann es da einen Zusammenhang geben?

Dr. Inge Weimar, Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie, Rehabilitationswesen am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Trier: Ja. Es handelt sich dabei um einen Fehlalarm des Gehirns, der bei vielen Krankheiten des Gehirns auftreten kann.

Kann denn auch ein Bandscheibenvorfall Inkontinenz verursachen?

Dr. Inge Weimar: Ja. Aber nicht jeder Bandscheibenvorfall verursacht Inkontinenz. Vor allem bei einem großen Bandscheibenvorfall kann es zu Harnverhalt - die Blase leert sich nicht - oder zur Inkontinenz kommen.

Bei mir wurde eine Reizblase diagnostiziert. Ich verspüre häufig den Drang, Wasser zu lassen. Was kann ich dagegen tun?

Dr. Mark Indig, Facharzt für Urologie aus Trier: Nach einer genauen Untersuchung sollte die Reizblase behandelt werden: Es gibt Medikamente, die Abhilfe schaffen können. Akupunktur sowie eine Verhaltenstherapie sind weitere Möglichkeiten, um das Problem in den Griff zu bekommen.

Meine Prostata ist vergrößert. Kann es sein, dass ich dadurch sehr oft Wasser lassen muss?

Dr. Mark Indig: Das ist selten der Fall. Meist steckt eine Reizblase hinter dem verstärkten Harndrang.

Nach einer Prostata-Operation bin ich inkontinent.Was kann mir helfen?

Dr. Silvia Salm, Leiterin des Kontinenzzentrums am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder, Trier: Je nach Art der Inkontinenz kann man sie mit Medikamenten behandeln oder mit einer Physiotherapie. Außerdem gibt es gute Operationsmethoden zur Behandlung der männlichen Inkontinenz: Bänder für den Mann, Schließmuskelunterspritzungen sowie einen künstlichen Schließmuskel.

Kann man Inkontinenz vorbeugen?

Dr. Silvia Salm: Ja. Es gibt einiges, was Sie präventiv tun können: Je nach Gewicht hilft eine Gewichtsreduktion, um den Beckenboden zu entlasten. Auch hilft es, das Rauchen einzustellen. Denn Rauchen kann zu chronischer Bronchitis sowie zu Reizhusten führen, was wiederum Inkontinenz begünstigen kann. Und die Ernährung hat Einfluss auf die Blase. Demnach ist es ratsam, sich gesund und bewusst zu ernähren. Auch Beckenbodentraining zählt zu den Präventionsmethoden.

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