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Gesundheit
Das hilft bei Dicksein

Trier. Ernährung, Bewegung und Magenverkleinerung: Tipps der TV-Experten bei Adipositas. Von Katja Bernardy

() Folgende Fragen stellten Leser zum Thema Übergewicht.

Ich habe einen Bodymaßindex größer als 40. Was muss ich tun, um eine Magenverkleinerung zu bekommen?

Dr. Michael Unverfehrt, Leitender Oberarzt des Adipositaszentrums im Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen Mitte: Zuerst einmal wird starkes Übergewicht mit einem sogenannten multimodalen Therapiekonzept behandelt. Das heißt, mit Hilfe eines Konzepts, das aus mehreren Bausteinen besteht:  Bewegungstherapie, Ernährungsberatung und psychologische Betreuung. Die Therapie erfolgt ambulant und dauert mindestens sechs Monate. Wenn diese erste, konservative Behandlung nicht hilft, kommt eine Magenverkleinerung infrage. Bei einem Bodymaßindex von über 40 spricht man von der schwersten Form von Adipositas, Grad III. Beachten Sie, die Operation alleine bringt nichts, sie unterstützt bei der Gewichtsreduktion.

Ich habe Adipositas und Diabetes. Käme für mich eine Adipositas-Chirurgie in Frage?

Dr. Brigitte Gilles, Fachärztin für Innere Medizin mit Weiterbildung in Diabetologie und Ernährungsmedizin im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier: Nach Ausschöpfung der multimodalen konservativen Therapie ist die Adipositas-Chirurgie gerade bei Diabetes eine Option. Denn durch die Adipositas-Chirurgie ist auch eine Verbesserung der Blutzucker-Stoffwechsellage zu erwarten, eventuell sogar eine Remission. Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt, welche Behandlung für Sie die beste ist.

Ich habe eine Fettleber. Was jetzt?

Dr. Gilles: Sind Sie übergewichtig, dann ist der erste Schritt, abzunehmen. Dies gelingt am besten, indem Sie sich bewegen, optimal in Kombination mit Kraftsport und einer qualifizierten Ernährungsberatung.  Fruchtsäfte und Alkohol sollten Sie vermeiden. Und die Laborwerte sollten vom Hausarzt auf Diabetes und hohe Blutfette untersucht werden. Sollte ein Diabetes vorliegen, sollten Blutzuckerstoffwechsel und Blutfette möglichst gut eingestellt sein.

Wann bezahlt die Krankenkasse die Ernährungsberatung?

Doris Schmitz-Geisthardt, freiberufliche Ernährungsberaterin mit Krankenkassenzulassung:

Die gesetzlichen Krankenkassen bezuschussen die Ernährungsberatung bei unterschiedlichen Indikationen von Adipositas bis Zöliakie, also bei ernährungsbedingten Erkrankungen. Der Haus- oder Facharzt muss die Notwendigkeit der Beratung bescheinigen, und dann erhalten Sie von den Krankenkassen die Kontaktdaten der örtlichen Ernährungsberaterinnen. Manche Kassen übernehmen die kompletten Kosten, andere bezuschussen die Beratung. Bis zu fünf Einzeltermine sind möglich.

Ich esse sechs Mahlzeiten am Tag, zwischendurch Obst oder Fruchtjoghurt oder Plätzchen. Was soll ich essen, wenn ich abnehmen will?

Schmitz-Geishardt: Sinnvoll wären drei Mahlzeiten pro Tag. Wichtig wäre, dass Sie mittags und abends je eine Portion Gemüse essen. Empfehlenswert ist, abends Kohlenhydrate in Form von Kartoffeln, Reis, Nudeln, Brot und Obst wegzulassen und Eiweißhaltiges zu essen, wie Fisch, Fleisch, Eier, Eiweißbrot oder –shake. Dadurch wird die Insulinausschüttung über Nacht gesenkt und Fett abgebaut.