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Das hilft bei Schulproblemen

Das hilft bei Schulproblemen

Besorgte Eltern und Schüler sprachen am TV-Schultelefon mit den Experten. Eine Schulpsychologin und der Psychologe gaben den Leserinnen und Lesern wertvolle Tipps rund um das Thema "Schule".

Trier. (kat) Unsere zehnjährige Tochter schreibt sehr gute Noten. Aber weil sie so schüchtern ist, traut sie sich kaum mündlich mitzuarbeiten.Kerstin Sperber, Schulpsychologin, Auguste-Viktoria-Gymnasium Trier: Arbeiten Sie einen Verstärkerplan aus: Motivieren Sie ihre Tochter, dass sie sich einmal pro Stunde meldet. Wenn das gut funktioniert, soll sie für jedes Melden in der Stunde ein Häkchen im Hausaufgabenbuch machen. Bei 20 Häkchen gibt es eine Belohnung. Parallel dazu sollte das Selbstkonzept Ihrer Tochter gestärkt werden. Ihre Tochter sollte zuhause kleine Pflichten übernehmen und Verantwortung dafür tragen. Viel loben und den Fokus auf die Dinge zu richten, die sie gut kann, sind wichtig. Auch die Anschaffung eines Tagebuchs, in dem sie jeden Abend drei Dinge vermerkt, die sie tagsüber gut gemacht hat, ist wirkungsvoll. Wenn Sie nicht weiterkommen, suchen Sie eine Beratungsstelle auf, um weitere Tipps zu erhalten. Eine Therapie ist nicht nötig.Ich bin 14 Jahre alt, und ein Junge aus meiner Klasse macht mich bei den anderen schlecht und hetzt sogar meine Freunde gegen mich auf. Obwohl er nach einem Gespräch mit der Lehrerin versprochen hat, damit aufzuhören, macht er weiter.Kerstin Sperber: Alleine bekommst Du das nicht mehr geregelt. Es sollte ein Gespräch zwischen der Klassenlehrerin, Euren Eltern und Euch Schülern stattfinden. Dadurch erhält das Gespräch nochmals einen offiziellen Charakter, und es sollten Vereinbarungen getroffen werden. Dann hat man die Möglichkeit, sowohl zu Hause, als auch in der Schule auf die Vereinbarungen zu achten. Eine weitere Möglichkeit ist, Streitschlichter der Schule einzuschalten.Unser Sohn ist in der zweiten Klasse. Er bewegt sich im Mittelfeld, kann sich aber nicht gut konzentrieren. Jetzt sagte mir die Kinderärztin, er sei ein typisches ADS-Kind und hat ihm Tabletten verschrieben. Zudem hat sie noch einen IQ-Test mit ihm gemacht. Ich habe mich über ADS informiert und sehe ihn nicht so.Jochen Fredrich, Psychologe im Kinder- und Jugendbereich, Palais e.V., Trier: Vertrauen Sie Ihrer Einschätzung und sehen Sie von Medikamenten ab. Es gibt Fälle, da ist eine Medikation sinnvoll, aber in Ihrem Fall gibt es noch zu viele offene Fragen. Warten Sie den IQ-Test ab, damit Sie sehen, wo Ihr Sohn steht. Stärken Sie ihm den Rücken und suchen Sie sich weitere Hilfe.