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Das hilft beim Schulstart gegen Angst vor Neuem

Das hilft beim Schulstart gegen Angst vor Neuem

Erstklässler, Schulwechsler und Wiederholer stehen mit Beginn des neuen Schuljahres vor ganz besonderen Herausforderungen. Vieles ist neu - und das kann Angst machen.

Wie kann man ein schüchternes Kind unterstützen? Wie kann Druck genommen werden? Zwei Experten der TV-Telefonaktion gaben Tipps, damit der Schulstart gelingt. Mein Kind ist Erstklässler, sehr schüchtern und ängstlich. Wie kann ich ihm helfen, damit der Start am kommenden Montag gelingt?Markus Weiß, Diplom-Psychologe vom Beratungszentrum für Hochbegabung und der schulpsychologischen Beratung am Auguste-Viktoria-Gymnasium in Trier: Ängste entstehen, wenn man sich unsicher ist, ob man einer Herausforderung gewachsen ist. Daraus ergeben sich zwei Ansätze: Zum einen kann der Situation die Bedrohlichkeit genommen werden. Beispielsweise können Eltern gemeinsam mit dem Kind vorab den Schulweg abgehen oder das Kind kann weitere Klassenkameraden kennenlernen. Auch das Einüben von bestimmten Situationen mit Hilfe von Rollenspielen kann helfen: Kann ich mich neben dich setzen? Kann ich mitspielen? Solche für schüchterne Kinder oftmals schwierige Situationen können gemeinsam durchgespielt werden. Aussagen wie "Nun fängt der Ernst des Lebens an" sollten gänzlich vermieden werden. Ebenso das Erzählen von negativen Erlebnissen aus der eigenen Schulzeit. Stattdessen sollten Eltern viel Spaß in der Schule wünschen und eine positive Grundstimmung schaffen. Der zweite Ansatz ist, die Kompetenzen des Kindes zu erhöhen. Das bedeutet, das Selbstvertrauen zu stärken. Dabei kann hilfreich sein, an positive Erfahrungen zu erinnern, etwa an einen gelungenen Start in der Kindertagesstätte, beim Fußballtraining oder Turnen. Viel Lob und positive Einschätzungen von Fähigkeiten stärken das Kind.Was tun, wenn für das Kind aufgrund eines Umzugs plötzlich alles neu ist?Reinhold Spitzley, Leiter der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Palais e.V. in Trier: Dann sollte frühzeitig geschaut werden, ob es Kinder in der Nachbarschaft gibt, die in die gleiche Schule gehen. Auch Kontakt mit den Lehrern aufzunehmen, kann die Situation einfacher machen.Im vergangenen Jahr stand mein Sohn sehr unter Druck. Er hat Angst dass er das kommende Schuljahr nicht schaffen könnte.Reinhold Spitzley: Vielleicht ist er überfordert oder aber Sie als Eltern haben zu hohe Erwartungen. Druck kann aus dem Gefühl resultieren, den Erwartungen genügen zu müssen. Dies wiederum führt zu Verunsicherung und es kann zu negativen Reaktionen und Fehlverhalten kommen - bis hin zur Verweigerung. Manchmal sind es auch unterschwellige Botschaften, die dem Kind Angst machen: "Naja, du musst nicht unbedingt so gut sein." Die Botschaft dahinter: "Es wäre mir schon lieber, du wärst richtig gut." Oder Botschaften wie "Wenn du keine guten Noten bekommst, wirst du später nicht genug Geld haben" produzieren Druck und Ängste. Wichtig ist, Druck ebenso wie Überforderung zu erkennen. Schulsozialarbeiter an Schulen können dabei helfen festzustellen, was hinter Ängsten und dem Gefühl, der Situation nicht gewachsen zu sein, steckt. Und sie können helfen gemeinsam Lösungen zu finden. Wichtig ist auch - egal in welchem Alter - dem Kind zu Hause Geborgenheit zu geben. Das gibt Sicherheit und stärkt. kat