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Telefonaktion: Das individuelle Seh-Erleben zählt

Telefonaktion : Das individuelle Seh-Erleben zählt

Im Alter kaum zu verhindern: Augenärzte aus der Region geben TV-Lesern Tipps bei Grauem Star.

Grauer Star – fast jeder bekommt ihn früher oder später, im Schnitt mit 70 Jahren. Vier Experten haben den TV-Lesern Rede und Antwort gestanden.

Ich sehe immer schlechter. Ich war jetzt beim Optiker, und der riet mir, zum Augenarzt zu gehen. Ich habe aber Angst, dass es Grauer Star ist und dass ich operiert werden muss.

Dr. Stephanie Langefeld, Augenärztin in Trier: Sie sollten das unbedingt beim Augenarzt abklären lassen. Viele Erkrankungen können so frühzeitig erkannt und behandelt werden, bevor sie zum echten Problem werden, beispielsweise Fehlsichtigkeit oder Netzhauterkrankungen. Eine jährliche Kontrolle beim Augenarzt ist mit zunehmendem Alter immer wichtiger. Wenn bereits Augenprobleme bestehen, sollte sie selbstverständlich sein.

Ich habe nur noch ein gutes Auge. An diesem muss ich irgendwann am Grauen Star operiert werden. Ist diese OP mit Risiken verbunden?

Dr. Markus Zuche, Augenarzt in Saarburg: In Deutschland werden pro Jahr rund 800 000 Menschen am Grauen Star operiert, die sonst mit der Zeit erblinden würden. Wenn sie nur noch auf einem Auge relativ gut sehen, kommen sie üblicherweise früher mit dem Anliegen, operiert zu werden. Die meisten Patienten werden am Grauen Star operiert, wenn sie noch 40 bis 60 Prozent Sehvermögen haben. Das wird ganz individuell erlebt. Generell sollten ältere Menschen oder Menschen mit Augenproblemen jedes Jahr zur Überprüfung kommen,

Wer nur noch ein gutes Auge hat, wird zunächst an diesem operiert. Es wird dann eine Übernachtung im Krankenhaus empfohlen, ansonsten findet die Operation ambulant statt.

„Ich habe einen Grauen Star, aber auch eine Makuladegeneration. Dadurch sehe ich ja auch schlechter. Was ist jetzt schwerwiegender, was sollte zuerst behandelt werden?“

Dr. Joachim Berg, Augenarzt in Trier: Wenn die Makuladegeneration fortgeschritten ist, sollte sie auf jeden Fall zuerst behandelt werden. Wenn der Graue Star schlimmer ist, sollte dieser zuerst operiert werden. Dass muss im Einzelfall sorgfältig abgewogen werden.

Ich bin am Grauen Star operiert worden und die OP ist auch gut verlaufen, aber jetzt habe ich Sehstörungen, die ich als sehr lästig empfinde. Was kann man da machen?

Dr. Guy Thinnes, Augenarzt in Konz: „Generell kommt es bei vielen Patienten im Laufe der Jahre zu einer Glaskörpertrübung. Es können sich Pünktchen und Schlieren bilden. Diese ist keine Folge einer OP, aber nach einer Operation am Grauen Star wird sie viel deutlicher wahrgenommen. Das Gehirn kann sie aber in relativ kurzer Zeit ausblenden. Eine Operation am Glaskörper sollte nur im Notfall stattfinden.

Ich bin 90 Jahre alt. Macht es für mich noch Sinn, dass ich meinen Grauen Star operieren lasse?

Dr. Joachim Berg: Das ist auf jeden Fall sinnvoll. Generell ist es ja so, dass Menschen, je älter sie sind, umso weniger mobil sind. Dann seien Sie doch froh, wenn Sie noch gut sehen können! In über 98 Prozent verläuft diese Operation ohne Komplikationen.