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Das stoppt das exzessive Trinken

Das stoppt das exzessive Trinken

Er ist 13 und wurde wegen einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert. Solche Meldungen schocken immer häufiger. Studien zeigen, dass das Einstiegsalter sinkt, der Konsum gleichzeitig exzessiver wird. Drei Experten gaben Tipps am TV-Telefon. Wichtige Regeln für den Umgang mit Alkohol lesen Sie hier.

Trier. (kat) Aktuellen Studien zufolge nehmen Alkoholexzesse bei Kindern und Jugendlichen zu, und das Einstiegsalter ist seit den 70er Jahren von 15 auf zwölf Jahre gesunken. Dabei gilt: "Je früher man anfängt zu trinken, umso höher ist die Gefahr, dass es zu Alkoholmissbrauch kommt", sagt Andreas Stamm von der Suchtberatung und -prävention der Hilfestelle "Die Tür" in Trier. Trinkt ein Jugendlicher sein erstes Bier mit 16 Jahren, dann ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass er süchtig wird. Eltern sollten versuchen, das Einstiegsalter hinauszuzögern.

"Komasaufen" - die Gesellschaft lässt es zu



Das sogenannte Komasaufen werde oftmals als jugendtypisch dargestellt, sagt Uwe Konz, Beauftragter für Jugendsachen der Polizei Trier. "Das stimmt so nicht. Neu ist, dass die Gesellschaft es zulässt."

Uta Brenner, Kinder- und Jugendärztin in Trier, warnt vor den Folgen des Alkoholmissbrauchs: "Die große Gefahr besteht meist nicht darin, dass es zu körperlichen Folgeschäden kommt, sondern darin, dass Kinder und Jugendliche in einem Rausch einen Unfall erleiden, dass sie straffällig werden oder sich auf sexuelle Aktivitäten einlassen, auf die sie sich nüchtern nicht einlassen würden." Fachleute sprechen dann von einem sogenannten Enthemmungsfaktor.

An Rollerfahrer appelliert Konz: "Finger weg vom Roller, wenn ihr was getrunken habt." Denn wer trinke, gefährde sich und andere. "Und ein Unfall unter Alkoholeinfluss zieht einen Rattenschwanz an zivilrechtlichen Konsequenzen nach sich."

Umgang mit Alkohol muss gelernt werden



Die drei Experten sind sich einig: Der Umgang mit Alkohol muss gelernt werden. Das Jugendschutzgesetz sei eine gute Argumentationshilfe für Eltern, den Umgang ihrer Kinder mit Alkohol zu regeln, empfiehlt Konz. Und beim Alkohol gelte: Weniger ist mehr! Denn wer wenig trinkt, bekommt die Stimmung mit und hat folglich mehr Spaß.

Alkoholmissbrauch kann auch Schulschwierigkeiten mit sich bringen: "Jugendliche, die häufiger trinken, bauen oft in der Schule ab und haben Konzen trationsschwierigkeiten", sagt Uta Brenner.

Die einhellige Expertenmeinung zur Prävention: Erwachsene müssen Vorbilder sein und Verantwortung für die Jugend und den Konsum von Alkohol übernehmen.

Uwe Konz betont: "Je mehr Verantwortungsträger sich den Jugendschutz auf die Fahne schreiben, umso weniger Exzesse wird es geben."

Weitere Infos zum Thema Jugend und Jugendschutz finden Sie unter www.jugend.rlp.de

Unter www.aktionswoche-alkohol.de findet man im Internet den gesamten Veranstaltungskalender zur rheinland-pfälzischen Aktionswoche "Alkohol!? Kenn Dein Limit!", die bis 21. Juni stattfindet.