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Das Wichtigste zur Fake-Shops und Gutscheinen

Verbraucher : Wann der Händler Geschenke umtauscht

Alle Jahre wieder: Vor dem Weihnachtsfest werden massenhaft Geschenke gekauft, die nachher wieder umgetauscht werden sollen. Doch welches Recht gilt? Und was tun, wenn die Online-Ware nicht pünktlich oder gar nicht geliefert wird? Einige Tipps zum Fest.

Im Einzelhandel gilt die Zeit vor Weihnachten als umsatzstärkste Zeit im Jahr. Nicht von ungefähr, greifen die Bundesbürger für ihre Liebsten zum Fest der Feste gern tief in den Geldbeutel. Doch was tun, wenn das liebevoll ausgesuchte Präsent nicht gefällt oder passt? Einfach zurückgeben? Nicht in jedem Fall, sagt Renate Schröder von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz in Trier. „Der Händler im Laden ist gesetzlich nicht dazu verpflichtet, Geschenke umzutauschen“, sagt sie. Ihr Tipp: „Schon beim Kauf fragen, ob die Ware umgetauscht werden kann.“ Zwar ließen sich viele Händler auf einen Umtausch ein, um den Kunden nicht zu verprellen, und bei den großen Kaufhäusern gingen die meisten Kunden von dieser Kulanz aus; aber jeder Händler habe seine Regeln.

Anders sieht es beim Online-Handel aus. Hier gibt es ein allgemeines Widerrufsrecht von 14 Tagen, in denen die Kunden ihre Waren zurückschicken können. Hierüber müssen die Kunden jedoch vor Vertragsschluss informiert worden sein. Geschieht dies nicht, gilt eine Frist von einem Jahr und 14 Tagen.

Vom Umtausch ausgeschlossen sind verderbliche oder hygienisch problematische Waren wie Lebensmittel oder Unterwäsche. Auch personalisierte Geschenke wie mit dem eigenen Namen bedruckte Handtücher sind ausgeschlossen. Auch wer Buch-, CD- oder DVD-Versiegelungen geöffnet hat, kann seine Geschenke meist nicht umtauschen.

Wer statt eines Umtauschs sein Geld zurück haben möchte, kann womöglich leer ausgehen, warnt Verbraucherschützerin Schröder. „Die Umtauschmodalitäten legt nicht der Kunde, sondern der Einzelhändler fest“, sagt sie. Ob Ware gegen Ware, Geld zurück oder Warengutschein, schon beim Kauf sollte man auch hier nachfrafen, wozu der Händler bereit sei.

Stichwort Gutschein: Sie werden zwar immer beliebter, doch sollte man einiges beachten. „So sollte die Einlösefrist nicht zu knapp bemessen sein“, rät Renate Schröder. So hat das Oberlandesgericht München festgehalten, dass die Einlösefrist von einem halben Jahr bei einem Internethändler zu wenig ist. Schröder rät, auf mindestens ein Jahr zu drängen oder darauf, dass der Gutschein unbefristet gilt. Denn „unbefristet“ lautet nach Gesetz eine Verjährungsfrist von drei Jahren. Und: Diese Frist beginnt erst mit Ende des Jahres, in dem der Gutschein gekauft wurde.

Wer im Geschäft nichts Passendes findet und den Gutschein nicht einlösen möchte, hat mitunter schlechte Karten. Denn der Händler ist nicht dazu verpflichtet, Geld auszuzahlen, da ja gerade Ware eingelöst werden sollte. Geht der Händler doch darauf ein, darf er einen Teil des Gutscheinwertes einbehalten, als seinen Gewinnanteil, der ihm sonst entgehen würde. Die Höhe dieses Einbehalts ist je nach Einzelfall gereglt.

Auch Teillösungen, also die Einlösung des Gutscheins in Schritten ist gesetzlich nicht geregelt. In der Regel wird der Händler allerdings darauf eingehen, um keinen generellen Umsatzverlust zu haben.

Falsche Schnäppchen im Internet: Der Online-Handel ist inzwischen kaum mehr wegzudenken, was auch Betrüger und Abzocker anzieht. Gefälschte Online-Geschäfte, so genannte Fake-Shops, tauchen immer stärker auf  und locken Verbraucher gezielt in die Falle, wie Verbraucherschützerin Renate Schröder weiß: „Vor allem nach Weihnachten und im Januar haben wir vermehrt Anfragen, weil Ware zu spät oder gar nicht geliefert wurde und es sich wahrscheinlich um Fake-Shops handelt.“ Auf den ersten Blick sind Fake-Shops schwer zu erkennen, denn optisch wirken sie professionell und echt. Doch die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hat zahlreiche Tipps für Online-Besteller:

- Schauen Sie zuerst aufs Impressum: Neben einem Firmennamen muss eine geografische und eine E-Mail-Adresse verfügbar sein. Fehlt das Impressum, oder sind die Angaben schwammig, ist der Shop unseriös.

Auch die Domain „.de“ ist kein Hinweis auf einen deutschen Sitz des Händlers. Fehlt am Anfang das Kürzel „https://“, ist der Shop nicht sicher. Sitze in Asien und Übersee gelten als unseriös.

- Auch die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) zeigen, ob der Shop seriös ist.

- Niemals Vorauskasse oder Sofortüberweisung wählen. Sonst sieht man sein Geld nie wieder.

- Anhand von Gütesiegeln wie „Trusted-Shop“ kann man Internetseiten überprüfen.

Ob online oder stationär, letzten Endes ist der Geschenkekauf etwas sehr Persönliches: „Wer wenig Zeit hat und gerne abends alles in Ruhe aussuchen will, für den sind Online-Bestellungen ideal. Wer aber die Waren fühlen und erfahren möchte und auch das Weihnachtsshopping als Erlebnis empfindet, für den ist der stationäre Einkauf interessanter“, sagt Schröder.

Wertvolle Internetseiten:
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