Die Entdeckung der Feuerschale

Die Entdeckung der Feuerschale

Wintergrillen wird immer beliebter. Doch das stimmungsvollere Gefühl rund ums Feuer bietet eine Feuerschale. Gerade in kleinen Gärten findet das Rund problemlos Platz. In abgespeckter Form oder mit einer zusätzlichen Platte ist das Grillen auch auf einer Feuerschale möglich.

Den Wunsch nach einem Feuerplatz hört Pia Konrad immer häufiger. Die Gartengestalterin aus dem nordrhein-westfälischen Neuss-Helpenstein plant ihn in "fast jedem neuen Garten ein". Ihre bevorzugte Lösung ist eine Feuerschale. Das ursprüngliche Gefühl des Feuers sei um die lodernden Holzscheite in einem Gefäß aus Stahl viel intensiver erlebbar als beim Grillen. Es passe auch in kleine Gärten. In den Wintermonaten habe die Feuerschale ihren besonderen Reiz.
"Der Trend geht zum Zweitgrill", sagt Konrad. Neben dem komfortablen Grill auf der Terrasse wünschen sich immer mehr Gartenbesitzer einen Platz, an dem das Erlebnis Feuer im Mittelpunkt steht: "Die Feuerschale gibt uns das Naturfeeling zurück, das durch das Grillen verloren gegangen ist."
Hingucker im Garten


Familien rösten mit ihren Kindern Stockbrot über der offenen Flamme (siehe Extra). Andere genießen einfach das Schauspiel des brennenden Holzes. Immer beliebter werde die offene Feuerstelle auch bei Jugendlichen. "Viele wohnen heute viel länger zu Hause und nutzen den Platz im elterlichen Garten als Treffpunkt", beobachtet Konrad. Der darf ruhig etwas versteckt liegen. Natürlich funktioniere eine Feuerschale auch auf der Terrasse. Doch die Gartengestalterin richtet den Wärme-Feuer-Platz bevorzugt in einiger Entfernung vom Haus ein.
Neben sicherheitstechnischen Erwägungen - Funkenflug und Rauchentwicklung - hat das gestalterische Gründe. Eine formschöne Feuerschale ist ein Hingucker und bildet den Mittelpunkt eines Gartenraums. Durch den Weg zum Feuerplatz wächst das Gefühl, in der Natur zu sein. Gerade beim immer beliebter werdenden Wintergrillen hat das einen weiteren Vorteil: Mit dem Grill auf der Terrasse springt man häufig nur kurz raus, und zieht sich wieder zurück, wenn es zu kalt ist. Auf ein Feuer-Event im Garten stellt man sich dagegen mit entsprechender Kleidung ein. Spezielle Feuerschalen haben sogar eine Platte aus dickem Stahl, auf die man den Glühwein-Topf oder Kinderpunsch stellen kann.
Die Dimension der Feuerschale sollte auf die Größe der Fläche abgestimmt sein. Üblicherweise liegt der Durchmesser bei 80 Zentimeter bis zwei Meter, kann aber bis vier Meter gehen. Konrad hält 1,20 Meter für ein schönes Maß. "Wichtig ist die Materialstärke", weiß die Expertin und rät, nicht unter fünf Millimeter zu gehen, "damit die Feuerschale formstabil bleibt". Die Materialstärke schlage sich im Preis nieder. Schlichtere Modelle, die von der Gestalterin verwendet werden, liegen bei 300 Euro. Kunstobjekte kosten auch schon mal um die 600 Euro und mehr.
Einen Eimer Wasser in greifbarer Nähe zu haben, ist am Feuerplatz dagegen sinnvoll. Zu den Sicherheitsvorkehrungen gehört ein fester Stand der Feuerschale. Auf der Rasenfläche würde die Hitze das Gras ansengen. Dennoch muss die Stellfläche nicht unbedingt gepflastert sein. Die Gestalterin bevorzugt Schotterflächen. Sei die oberste Schicht aus Grauwackesplitt, passe das zur Feuerstelle.
Extra

Selbst geschnitzte Stöcke und ein Hefeteig sind die Zutaten für das Stockbrot-Grillen über offener Flamme. Als Stöcke bieten sich Haselnussruten an. Der Hefeteig wird aus 500 Gramm Mehl, 250 Milliliter lauwarmem Wasser, einem Würfel Hefe sowie je einem Teelöffel Salz und Olivenöl hergestellt. Nachdem der Teig eine halbe Stunde gegangen ist, wickelt man ihn portionsweise um die Stöcke. kf

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