Die Jugend von heute

Schon die alten Griechen fanden die "Jugend von heute" gewöhnungsbedürftig. Vermutlich gehörte zu den Kritikpunkten bereits damals der etwas andere Wortschatz junger Menschen.


Auch heute hört es sich für Erwachsene seltsam an, wenn sich Jugendliche untereinander halb liebevoll, halb provokant mit den heftigsten Schimpfwörtern titulieren. Sollten Eltern hier erzieherisch eingreifen, oder finden junge Menschen von selbst zu einer "normalen" Sprache zurück?
Zunächst einmal gehört die sich von den Erwachsenen abgrenzende Sprache wie vieles andere auch zu den typischen Erscheinungen der Jugendzeit und Pubertät und ist darüber hinaus offensichtlich so alt wie die Menschheit selbst. Insofern macht es wenig Sinn, sich in massiver Einflussnahme auf Gespräche von Jugendlichen untereinander zu versuchen.
Allerdings existieren Sprache und Denken keineswegs unabhängig voneinander, sondern beeinflussen sich wechselseitig. Rohe und stark vereinfachende Sprache kann also im Extremfall bei Jugendlichen zu einem entsprechenden Weltbild führen. Auch wenn vor allem unter Gleichaltrigen vieles nicht ganz ernst gemeint ist, dürfen abwertende Ausdrücke daher nicht überhandnehmen.
In der Familie und im Gespräch zwischen Eltern und Kindern haben sie ohnehin nichts verloren - darauf sollten beide Seiten im täglichen Umgang achten.
Petra Gottwald ist Diplom-Psychologin und stellvertretende Leiterin der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Palais e.V., Trier.
TV-Kolumnen lesen Sie auch unter