Die regionalen Firmenchefs setzen ihre Zukunft aufs Spiel.

Arbeitsmarkt-Kommentar : Unverantwortlicher Aderlass der heimischen Betriebe

In vielen Unternehmen tickt unaufhaltsam eine demografische Uhr. Wenn demnächst die großen Baby-Boomer-Jahrgänge in Rente gehen, wird der Druck auf das Management vieler Betriebe unausweichlich sein.

Denn dann können Chefs und Personaler nicht mehr verhehlen, dass Fachkräftesicherung im Betrieb bislang nicht mehr als eine hohle Phrase war. Sie werden gezwungen sein, junge Leute in die Firmen (zurück) zu holen und die Lücken ihrer wegbrechenden Mitarbeiter zu schließen.

Wer heute noch ausbildet, ohne dabei die aktuelle Mitarbeiterstruktur und Zukunft des Unternehmens im Blick zu haben, betreibt nicht nur Aderlass am eigenen Betrieb, sondern auch an der heimischen Wirtschaft. Schon jetzt wandern gerade in der Region Trier gut ausgebildete Gesellen in andere Fachkräfte in Scharen über die Grenze nach Luxemburg; schon jetzt setzt der Fachkräftemangel vielen Betrieben eine künstlich erzwungene Wachstumsgrenze. Wer davor die Augen verschließt und junge Leute nach der Ausbildung auf die Straße setzt, muss sich ernsthaft die Frage nach seinen Unternehmerqualitäten stellen lassen.

s.schwadorf@volksfreund.de

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