Die richtige Wohnfläche

Immer wieder streiten Mieter und Vermieter über die Frage, wie viele Quadratmeter die Wohnung tatsächlich groß ist. Die Antwort darauf gibt die Wohnflächenverordnung.

Gemessen werden müssen danach alle Räume der Mietwohnung, also auch Küche und Flur. Sogenannte Zubehörräume wie Keller, Waschküche, Trockenraum, Dachboden oder Garage zählen nicht mit. Bei den eigentlichen Wohnräumen wird die Grundfläche voll angerechnet, wenn die Räume oder Raumteile mindestens zwei Meter hoch sind. Die Grundfläche wird nur zur Hälfte angerechnet, wenn die Räume oder Raumteile zwischen einem und zwei Meter hoch sind. Räume oder Raumteile, die weniger als ein Meter hoch sind, zählen bei der Wohnflächenberechnung überhaupt nicht mit. Bei sozial- oder preisgebundenen Wohnungen zählt die Grundfläche von Balkon oder Loggia zur Hälfte ebenfalls mit. Bei frei finanzierten Wohnungen kommt es auf den Wohnwert an. Balkonflächen in normalen Lagen zählen zu einem Viertel, und in Ausnahmefällen muss auch hier der Balkon mit der Hälfte der Fläche angerechnet werden. Ist die Wohnfläche der angemieteten Wohnung tatsächlich kleiner als im Mietvertrag angegeben, ist der Mieter berechtigt, die Miete zu mindern, allerdings nur dann, wenn die Abweichung mindestens zehn Prozent beträgt. Abweichungen bis zu zehn Prozent muss der Mieter nach ständiger Rechtsprechung akzeptieren. Die Höhe der Minderung richtete sich nach der Wohnflächenabweichung. Jedes Prozent Abweichung rechtfertigt ein Prozent Mietminderung für die Zukunft. In der Vergangenheit geleistete Zuvielzahlungen kann der Mieter zurückfordern, wenn noch keine Verjährung eingetreten ist. Der Mieter kann wegen dieses Mangels auch fristlos kündigen. Eine Abmahnung des Vermieters ist nicht erforderlich, da dieser keine Abhilfe schaffen kann.Ass. jur. Anita Merten-Traut ist Geschäftsführerin des Mietervereins Trier. <%LINK auto="true" href="http://www.mieterverein-trier.de" text="www.mieterverein-trier.de" class="more"%> Kolumne Mietrecht