1. Nachrichten
  2. Mehrwert

Die wichtigtsten Leser-Fragen und Expertenantworten zu Barrierefreiheit.

Bauen und Wohnen : Damit Sie nicht ausgebremst werden

Expertinnen beantworteten Leserfragen zum Thema „Barrierefreies Bauen und Wohnen“.

() Hier eine Auswahl an Fragen und Antworten:

Ich möchte am Eingang eine Rampe bauen lassen. Wo kann ich Geld für die Umgestaltung erhalten?

Ulrike Düro, Architektin und Beraterin der Landesberatungsstelle Barrierefrei Bauen und Wohnen: Wenn Sie einen Pflegegrad haben, ist die Pflegekasse zuständig. Für Maßnahmen, die das individuelle Wohnumfeld des Pflegebedürftigen verbessern, sind bis zu 4000 Euro an Zuschüssen möglich. Relevant ist der Gesundheitszustand zum Zeitpunkt der Antragstellung. Verschiedene Einzelmaßnahmen können als eine Maßnahme gelten. Erst wenn sich der Zustand verschlechtert, kann eine neue Maßnahme bewilligt werden. Bevor Sie umbauen, ist es empfehlenswert, sich zum Thema Barrierefreiheit beraten zu lassen. Eine Beratung vor Ort durch die Landesberatungsstelle ist firmenneutral und kostenfrei.

Ich gehöre zur jüngeren Generation und möchte neu bauen. Kann auch ich eine Beratung durch die Architektinnen und Architekten der Landesberatungsstelle erhalten?

Düro: Ja, das können Sie. Wenden Sie sich an Ihre regionale Beratungsstelle.

Kann man auch ein enges Bad barrierefrei umbauen?

Düro: Durch gute Planung lässt sich oft in Minibädern viel Bewegungsfläche schaffen, etwa indem man die Sanitärobjekte geschickt anordnet. Liegt neben dem Bad ein wenig genutzter Raum, kann man auch überlegen, eine Wand zu versetzen, um Fläche zu schaffen.

Wir wohnen in einem Bungalow, alle Türen zu den Wohnräumen haben eine Türweite von 81 Zentimetern, nur die Tür zum Bad hat etwa zehn Zentimeter weniger und öffnet nach innen. Ist das für barrierefreies Wohnen im Alter ausreichend?

Ruth Knobloch, Architektin und Beraterin der Landesberatungsstelle Barrierefrei Bauen und Wohnen: Eine Türweite von 81 Zentimetern ist ausreichend für eine barrierefreie Nutzung mit Rollator oder Hausrollstuhl. Die Badtür sollte allerdings ebenfalls mindestens 80 Zentimeter weit sein und nach außen öffnen. Falls der Flur bei Ihnen schmal ist, käme auch eine flurseitige laufende Schiebetür infrage, eventuell eine, die motorisch betrieben wird. So kann die Tür selbstständig, ohne großen Kraftaufwand, geöffnet und geschlossen werden.

Wir haben in unserem Haus im Bad nur eine Badewanne und wollen diese durch eine begehbare Dusche ersetzen. Wie gehen wir am besten vor und was müssen wir beachten?

Knobloch: Die Bewegungsfläche eines barrierefreien Duschbereichs sollte mindestens 120 mal 120 Zentimeter groß sein. Damit die Dusche später schwellenlos begehbar und befahrbar ist, klären Sie bitte vorab mit einer Firma für Sanitär-Installationen ab, wo die vorhandenen Anschlüsse zum Einbau eines bodengleichen Abflusses liegen. Zusätzlich sollten Sie auf fest eingebaute Duschabtrennungen verzichten oder eine wählen, die wenn notwendig, wieder abmontiert werden kann. Der Boden im Duschbereich sollte rutschhemmend gestaltet werden, ein Duschklappsitz oder -hocker und entsprechende Halte- und Stützgriffe können bei Einschränkungen der Bewegung das Duschen erheblich erleichtern. Die Duscharmatur sollte in der Höhe zwischen 85 und 105 Zentimetern eingebaut werden.

Infos der Landesberatungsstelle finden Sie im Internet unter www.barrierefrei-rlp.de