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Die zwölf Regeln zur Krebsprävention in unserer Gesundheitskolumne.

Kolumne Hauptsache gesund! : Kann man Krebs verhindern?

Kann man Krebserkrankungen verhindern? Das ist eine Frage, die vielfach bewegt und nicht pauschal zu beantworten ist. Denken Sie an ihre letzte Urlaubsreise mit dem PKW.

Sie planen die Strecke, checken den Wagen, füllen den Tank und überprüfen den Luftdruck der Reifen. Am nächsten Tag geht es ausgeruht los. Sie haben alle Vorkehrungen getroffen und trotzdem werden Sie in einen Unfall verwickelt, haben eine Panne oder gelangen in einen Stau.

Und ähnlich ist es bei Krebserkrankungen. Unsere Körperzellen teilen sich immer wieder und sterben ab. Und in diesem Lebenszyklus unserer Zellen kann leider immer wieder ein „Unfall“ passieren, ein Unfall bei der Zellteilung, der dazu führt, dass sie entarten und aus gesunden Zellen Krebs entsteht.

Um die Wahrscheinlichkeit eines solchen Zellunfalls zu vermindern, stellten schon 1987 Krebsexperten aus ganz Europa im Auftrag der damaligen Europäischen Gemeinschaft (heute EU) den sogenannten Europäischen Kodex zur Krebsprävention zusammen. Aktuell enthält der Kodex zwölf Regeln zur Prävention und Früherkennung von Krebs. Diese lauten:

- Rauchen Sie nicht. Verwenden Sie keinerlei Art von Tabak (also auch keinen Kau- oder Schnupftabak).

- Leben und arbeiten Sie in einer rauchfreien Umgebung.

- Halten Sie ein gesundes Körpergewicht.

- Bewegen Sie sich täglich. Üben Sie so wenig wie möglich Tätigkeiten im Sitzen aus.

- Ernähren Sie sich ausgewogen und gesund: Essen Sie viel Getreide, Hülsenfrüchte, Obst und Gemüse. Trinken Sie wenig hochkalorische zuckerhaltige Getränke. Halten Sie den Anteil an verarbeitetem Fleisch, rotem Fleisch und salzhaltigen Speisen in Ihrer täglichen Ernährung gering.

- Begrenzen Sie Ihren Alkoholkonsum.

- Schützen Sie Ihre Kinder und sich selbst vor der Sonne.

- Schützen Sie sich an Ihrem Arbeitsplatz vor krebserregenden Stoffen.

- Halten Sie die Belastung durch Radon zu Hause gering.

- Für Frauen: Stillen schützt vor Brustkrebs, stillen Sie deshalb Ihr Baby, wenn Sie können. Wenden Sie eine Hormonersatztherapie gegen Wechseljahresbeschwerden maßvoll an.

- Lassen Sie Ihre Kinder gegen Hepatitis B (Neugeborene) und HPV (Mädchen) impfen.

- Gehen Sie regelmäßig zur Krebsfrüherkennungsuntersuchung.

Zur Eingangsfrage zurück: Krebserkrankungen sind nicht gänzlich zu verhindern, aber Sie können durch Ihr Verhalten Ihr individuelles Risiko senken – wie im Autoverkehr.

In diesem Sinne:   gute Fahrt!

Weitere Informationen  unter www.krebsgesellschaft.de

Dr. med. Bernhard Rendenbach ist Internist, Hämatologe und Onkologe