Durchgerechnet

Ein Ehepaar möchte in etwa zehn Jahren bauen und überlegt, 100 000 Euro der Gesamtfinanzierung über einen Bausparvertrag zu bestreiten. Die Abschlussgebühr beträgt 1 Prozent (1000 Euro).

Der Guthabenzins liegt bei 1,5 Prozent jährlich, die monatliche Sparrate bei 400 Euro.
Nach Verrechnung der Abschlussgebühr ist in 120 Monaten ein Guthaben von 50 819,86 Euro erreicht. Nun wird das Bauspardarlehen ausbezahlt: 49 180,14 Euro. Der Effektivzins liegt bei 4,08 Prozent. Getilgt wird in monatlichen Raten von 400 Euro. Nach 158 Monaten (13 Jahren und zwei Monaten) ist das Darlehen abbezahlt.
Zum Vergleich: In derselben Zeit und mit denselben Raten hätte ein Banksparplan mit einem Guthabenzins von 2,2 Prozent jährlich eine Summe von 53 673,89 Euro eingebracht. Das benötigte Darlehen läge nur bei 46 326,11 Euro. Soll es ebenfalls in 400-Euro-Raten über 158 Monate getilgt werden, könnte sich das Ehepaar aufgrund des geringeren Finanzierungsbedarfs einen höheren Effektivzins "erlauben". Erst wenn dieser bei 4,97 Prozent jährlich läge, wäre das Hypothekendarlehen genauso teuer wie das Bauspardarlehen.
Ergebnis: Ist das Ehepaar der Ansicht, dass die Zinsen für Hypothekendarlehen in den kommenden zehn Jahren unter dem kritischen Zins von 4,97 Prozent bleiben, wird es auf einen Banksparplan plus Hypothekendarlehen setzen. Geht es hingegen davon aus, dass Baugeld wieder deutlich teurer wird, sichert es sich mit einem Bausparvertrag heute den Zins für morgen. So einfach ist die Sache - und weder spießig noch gefährlich. anm

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