Eine Frage der Herkunft

Milch darf nur das Produkt von der Kuh heißen. So ist es im europäischen Lebensmittelrecht geregelt.

Alternativen aus Soja, Hafer, Reis oder Mandeln müssen auf Bezeichnungen wie "Drink" ausweichen.
Ersatzprodukte gehören mittlerweile zum Standardprogramm in Supermärkten, Drogerien oder Discountern. Für Menschen, die tierische Lebensmittel meiden wollen oder empfindlich auf Bestandteile von Milch reagieren, wie Milchzucker (Laktose) oder Eiweiß, sind sie eine Alternative. Das gängigste Produkt ist der Sojadrink, im Volksmund oft nicht regelkonform "Sojamilch" genannt. Sie lässt sich prima aufschäumen, das macht sie so beliebt in Cappuccino und Co.
Wie steht es aber um die inneren Nährwerten der alternativen Getränke? Die aus Sojabohnen gewonnene Flüssigkeit liefert so viel Eiweiß wie "echte Milch", jedoch weniger Fett und Kohlenhydrate. Soja schmeckt leicht bitter, deshalb süßen einige Hersteller mit Zucker nach. Auch ohne diesen Zusatz schmecken die Drinks leicht süß. Bei deren Herstellung wird Stärke abgebaut, dabei entstehen Zuckerbausteine. Die Alternativen aus Hafer, Reis, Mandel liefern wenig Eiweiß, nur ein Viertel im Vergleich zum Original. Milch ist von Natur aus calciumreich. In diesem Punkt kann keine der Alternativen mithalten, daher werden sie häufig angereichert. Mandeldrinks bestechen durch ihren leicht nussigen Geschmack und ihren Gehalt an ungesättigten Fettsäuren.
Apropos Herkunft: Der Anbau von Sojabohnen ist nicht unproblematisch. Monokulturen verdrängen vielerorts den Regenwald und den Lebensraum von Flora und Fauna. Zudem sind weltweit über 80 Prozent der Sojabohnen gentechnisch verändert. Im Zusammenhang mit Lebensmitteln lehnen viele Menschen diese Technik ab. Bio-Produkte sind eine gute Wahl - hier darf keine Gentechnik zum Einsatz kommen.
Susanne Umbach ist Ernährungsreferentin bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.
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