Ernährungskolumne "Mahlzeit" gibt Tipps zum Verzehr von Rhabarber.

Kolumne Mahlzeit : Fruchtig-saures Saisongemüse

Ein Frühlingsgemüse der besonderen Art ist Rhabarber: Reich an Vitamin C, Mineralstoffen wie Kalium und Phosphor sowie Ballaststoffen ist er ein wahrer Tausendsassa.

Einst als chinesische Arzneipflanze geschätzt, ist das Staudengewächs heute ein Klassiker in der Frühlingsküche. Oft fälschlich für Obst gehalten, zählt Rhabarber zu den Knöterichgewächsen und so – botanisch gesehen – zu den Gemüsen.

Der unverwechselbare, fruchtig-saure Geschmack des Rhabarbers entsteht durch Fruchtsäuren wie Apfel-, Zitronen- und Oxalsäure. Letztere kann für empfindliche Menschen ein Problem darstellen. Sowohl durch das Schälen als auch das Kochen des Rhabarbers lässt sich der Oxalsäuregehalt aber verringern. Zudem können Bananen und Milchprodukte, wie Quark oder Pudding, die Säure ausgleichen. Tipp: Rotfleischige Rhabarber-Sorten sind milder im Geschmack als die grüne Variante.

Mit 14 Kilokalorien pro 100 Gramm enthält Rhabarber verhältnismäßig wenige Kalorien und lässt sich ohne schlechtes Gewissen verzehren. Doch je nach Zubereitung kann sich das schnell ändern: Um den hohen Säuregehalt auszugleichen, wird dem Fruchtfleisch nämlich häufig üppig Zucker zugesetzt – und der treibt Kalorien und Blutzuckerspiegel dann in die Höhe. Ob als Kompott, Konfitüre, im Kuchen oder mal herzhaft als Chutney oder Gemüsebeilage – Rhabarber eignet sich zur Verfeinerung einer Vielzahl von Speisen und Gerichten. Die Rhabarberstangen vor der Zubereitung gut abwaschen, dünn schälen, die Stielenden abschneiden und in mundgerechte Stücke schneiden.

Tipp: Nach dem Verzehr von Rhabarber nicht gleich zur Zahnbürste greifen, denn die Säure weicht den Zahnschmelz auf. Damit dieser beim Zähneputzen nicht beschädigt wird, sollten zwischen Rhabarber-Verzehr und Zähneputzen mindestens 30 Minuten liegen.

Susanne Umbach ist Ernährungsberaterin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

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