Ernährungskolumne zum Thema Plastikvermeidung an der Lebensmitteltheke.

Kolumne Mahlzeit : Mit eigenen Dosen an die Wursttheke

Rund 37 Kilogramm Plastikmüll produziert jeder von uns durchschnittlich im Jahr. Darunter fallen allerlei Verpackungen vom Einkauf im Supermarkt. Ganz auf Plastik verzichten können wir sicher kaum. Aber für manches gibt es umweltfreundliche Alternativen.

Eine Möglichkeit ist die Nutzung von Mehrwegdosen beim Einkauf. Doch ist das Befüllen dieser an der Wurst- oder Käsetheke erlaubt und hygienisch unbedenklich? Tatsächlich sind die Hygienevorschriften streng und der Bereich hinter der Theke ist tabu für fremde Materialien. Die mitgebrachten Boxen könnten verunreinigt sein und somit Lebensmittel kontaminieren. Es ist aber nicht explizit verboten, mitgebrachte Boxen zu füllen. In der Praxis haben sich folgende Möglichkeiten bewährt:

- Die Ware wie Brot wird über die Theke direkt an die Kunden gereicht, teilweise mithilfe von Papier oder einer Zange. Der Kunde verstaut den Einkauf.

- Man stellt seine Vorratsbox auf ein Tablett auf der Theke. Das Verkaufspersonal füllt sie dort.

- Der Kunde stellt mitgebrachte Behälter auf eine saubere Unterlage (etwa ein Tablett) auf dem Tresen. Der Angestellte nimmt das Tablett und legt die Ware hinter der Theke in den mitgebrachten Behälter. Danach reicht er das Tablett wieder zurück.

- Der Coffee-to-go-Mehrwegbecher wird mittlerweile in vielen Cafés und Bäckereien befüllt – etwa mit der Tablett-Methode. Nachfragen lohnt sich – manchmal gibt es dann sogar einen Rabatt auf das Heißgetränk.

Wichtig ist, dass der Mitarbeiter und die Geräte wie Zange oder Löffel nicht mit der Box in Berührung kommen, sondern nur mit dem sauberen Tablett und der Ware.

Tipp: Einfach beim Lebensmittelhändler erkundigen, ob beim Einkauf an der Frischetheke die eigenen Verpackungen befüllt werden. Einen Anspruch hierauf gibt es jedoch nicht.

Susanne Umbach ist Ernährungsberaterin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

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