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Experten antworten TV-Lesern: Das hilft gegen Lernblockaden

Experten antworten TV-Lesern: Das hilft gegen Lernblockaden

Was kann man gegen Prüfungsangst tun? Fördere ich mein hochbegabtes Kind genug? Pausenlos klingelten die Telefone während der TV-Telefonaktion zum Thema Schule. Zwei Schulpsychologinnen und ein Psychologe gaben unseren Lesern Tipps. Hier eine Auswahl an Fragen und Antworten.

Unser Sohn ist ein guter Schüler. Lediglich bei einem Lehrer hat er eine derartige Prüfungsangst entwickelt, dass er mittlerweile jede Arbeit verhaut. Gespräche mit dem Lehrer blieben erfolglos. Was können wir tun?

Jochen Fredrich, Psychologe, Palais e.V. Trier: Ein Ansatz wäre, Entspannungstechniken zu erlernen. Beispielsweise kann mit autogenem Training eine Entspannung erzielt werden. Bei Prüfungsangst sehr effektiv wirkt auch die klinische Hypnose. Gerade dann, wenn es sich um personenbezogene Prüfungsangst handelt, wie das bei Ihrem Sohn der Fall ist. Die Hypnose sollte nur von ausgebildeten Therapeuten durchgeführt werden.

Ich habe vier Kinder und bin berufstätig. Einer unserer Söhne ist hochbegabt, er hat schon zwei Klassen übersprungen. Er spielt mehrere Instrumente und ist auch in seiner Freizeit sehr wissbegierig. Mein Problem ist, dass ich an meine Grenzen stoße, aber auch ein schlechtes Gewissen habe, ihn nicht ausreichend zu fördern.

Sonja Valerius, Schulpsychologin im Beratungs- und Kompetenzzentrum Hochbegabung am Auguste-Viktoria-Gymnasium Trier: Denken Sie an sich! Gönnen Sie sich selbst mehr! Denn nur eine entspannte Mutter kann entspannt mit ihren Kindern umgehen. Es ist für Kinder auch wichtig, mal Langeweile zu empfinden. Daraus kann sich Kreativität entwickeln.

Mein Sohn besucht die fünfte Klasse einer Ganztagsschule, er ist ein intelligenter Junge. Leider ist er zu faul, um die Hausaufgaben zu notieren, geschweige denn sie in der Schule zu machen. Wir haben ständig Streit deswegen. Die Lehrer meinten, im Gymnasium müssten sich die Schüler selstbständig um die Hausaufgaben kümmern. Was soll ich tun?

Jochen Fredrich: Nehmen Sie Kontakt zu einer Beratungsstelle auf, um eine Diagnostik erstellen zu lassen, damit Stärken und Schwächen Ihres Sohnes festgestellt werden können. Offensichtlich sind die Lehrer nicht bereit, das Problem mit Ihnen gemeinsam anzugehen. Sie können sich informieren, welche Schule eine strukturiertere Umgebung anbietet, wo jemand während der Hausaufgabenzeit die Schüler betreut. Dann könnte ein Schulwechsel Sinn machen.

Ich bin alleinerziehend und mit den Schwierigkeiten, die mein Sohn in der Schule hat, total überfordert. Er verhält sich schlecht, seine Leistungen sind schlecht. Die Lehrer sagen, ich soll mir Hilfe holen, aber das will ich nicht.

Anette Müller-Bungert, Schulpsychologin am Pädagogischen Landesinstitut Trier: Sie müssen das nicht alleine schaffen! Suchen Sie sich Unterstützung beim Jugendamt. Das ist ein Recht, das Ihrem Kind zusteht, wenn die Familie das alleine nicht leisten kann.

Unsere Tochter (15) hat Prüfungsangst. Mittlerweile ist aufgrund ihrer schlechten schriftlichen Leistungen die Versetzung gefährdet. Haben Sie einen Tipp?

Sonja Valerius: Eine Blockade entsteht immer dann, wenn viel Druck da ist - von Lehrern, Eltern, den Schülern selbst. Fahren Sie zweigleisig: Zum einen ist es wichtig, dass Ihre Tochter mit Hilfe von Entspannungstechniken lernt, mit dem psychischen Stress in Prüfungssituationen umzugehen. Und sie kann lernen, sich selbst Mut zuzusprechen: Hilfreich kann während den Klassenarbeiten sein, mit Bleistift am Rand zu notieren: "Ich schaffe das! oder "Ich habe gut gelernt!" Wichtig ist auch, dass andere ihr Mut zusprechen.kat