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Experten geben Gesundheitstipps

Gesundheitskolumne : Knochenszintigraphie in der Diagnostik

Bei der Knochenszintigraphie handelt es sich um eine Untersuchungsmethode, die bei unzähligen Fragestellungen, die das Skelettsystem betreffen, hilfreich ist.

 Bei unklaren Gelenkschmerzen können „in einem Rutsch“ sämtliche (!) Gelenke abgebildet werden. Sichtbar werden sowohl entzündliche Veränderungen (Arthritis zum Beispiel im Rahmen einer rheumatischen Grunderkrankung) als auch degenerativ bedingte Umbauvorgänge (Arthrose). Bei einliegenden Prothesen wie zum Beispiel einer Hüft-TEP oder Knie-TEP kann eine Lockerung bereits zu einem solch frühen Zeitpunkt entdeckt werden, bei dem das Röntgenbild noch keine Auffälligkeiten zeigt. Abgebildet wird mit der Knochenszintigraphie stets das gesamte Skelettsystem, also auch der Schädel, die gesamte Wirbelsäule, die Rippen sowie die Arm- und Beinknochen, so dass diese Untersuchung auch geeignet ist, sowohl nach gutartigen als auch bösartigen Knochenherden zu suchen. Andernfalls schließt eine unauffällige Knochenszintigraphie eine Erkrankung des Skelettsystems weitgehend aus.

Die Durchführung ist einfach: Eine schwach radioaktive Substanz wird über eine Vene gespritzt und unmittelbar nach Injektion sowie zwei bis drei Stunden später werden Aufnahmen durchgeführt. Diese erfolgen an einer sogenannten Gamma-Kamera, die äußerlich einem Computertomographen (CT) ähnelt.

Nebenwirkungen sind nicht zu befürchten und die Strahlenexposition ist gering – die Substanz zerfällt sehr schnell und wird darüber hinaus mit dem Urin ausgeschieden.

Einige Gamma-Kameras der neuesten Generation, wie sie auch bei uns in der Nuklearmedizin am Brüderkrankenhaus Trier zum Einsatz kommen, haben zusätzlich einen CT integriert, so dass szintigraphische Befunde direkt mittels CT-Aufnahmen weiter abgeklärt werden können.

Einfach und sicher in der Durchführung, wegweisend bei unzähligen Fragestellungen – in der Diagnostik ist die Knochenszintigraphie eine kleine fast eierlegende Wollmilchsau.

 Dr. med. Kim Biermann ist Facharzt für Nuklearmedizin am Brüderkrankenhaus Trier