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| 14:58 Uhr

Grenzgänger
Gibt es auch 2018 Selbstanzeigen?

Flagge Luxemburg
Flagge Luxemburg FOTO: TV
Seit dem Jahr 2015 werden Löhne und Pensionen der Grenzgänger innerhalb der EU-Staaten spätestens zum 30.6. eines Jahres elektronisch an den Wohnsitzstaat gemeldet. Dies gilt unabhängig davon, ob der Grenzgänger auch außerhalb Luxemburgs tätig ist. In diesen Fällen muss auf der Lohnsteuerkarte sogar das anteilige Gehalt ausgewiesen sein, das in Deutschland zu versteuern ist. Streng genommen muss dort sogar die Anzahl der Tage erscheinen, auf die das aufgeteilte Gehalt beruht. Von Sephan Wonnebauer

Dieses Verfahren funktioniert bereits seit 2015 zwischen Deutschland und Luxemburg. Die Daten befinden sich beim Bundeszentralamt für Steuern. Sie sind allerdings noch nicht an die Wohnsitzfinanzämter der Grenzgänger übermittelt worden. Dies steht jedoch kurz bevor.

Diese Vorgänge kommen einem bekannt vor. Aufgrund der Änderung der Rentenbesteuerung im Jahr 2005 übermittelte auch die deutsche Rentenversicherung im Jahr 2005 erstmals die Renten an das Bundeszentralamt. Bis dato galten Rentner grundsätzlich als nicht steuerpflichtig, da man davon ausging, dass Rentner überwiegend Einkünfte unterhalb des Steuerfreibetrages erzielten.

Mit der Meldung der Einkünfte wurde dieses Vorurteil beseitigt. Es gab viele Rentner, die in der Folge Steuern zahlen mussten. Nicht bloß wegen den Renteneinkünften. Denn aufgrund der Überprüfung ergaben sich oftmals noch weitere Einkünfte, beispielsweise Mieteinkünfte.

Erst im Jahr 2008 konnte das Finanzamt jedoch nach und nach die Daten auswerten. Folgt man diesem Zeitstrahl, müssten die Daten der Grenzgänger im Jahr 2018 allmählich bei den Wohnsitzfinanzämtern ankommen.

Es besteht daher noch Gelegenheit, im Wege einer Selbstanzeige dem Finanzamt zuvor zukommen und somit ein Steuerstrafverfahren zu vermeiden.

In der Tat gibt es noch viele Grenzgänger, die ihre Lohnanteile in Deutschland nicht nachversteuert haben, obwohl der Arbeitgeber diese Beträge explizit auf der Steuerkarte ausweist. Bei Finanzämtern außerhalb der Region Trier rechnen Finanzämter auch nicht mit Einkünften aus Luxemburg, die eventuell bislang gar nicht versteuert worden sind. Aber auch Betriebspensionen sind eventuell in Deutschland nachzuversteuern.

Eine Selbstanzeige führt zur Straffreiheit. Neben den Steuern müssen allerdings noch Verzugszinsen und Hinterziehungszinsen gezahlt werden. Grenzgänger, auch Rentner, sollten daher dringend noch einmal ihre Unterlagen sichten und sich der Rechtslage bewusst werden.

Stephan Wonnebauer, Vorstandsmitglied des DAV

Bei Fragen zum deutsch-luxemburgischen Recht können sich Grenzgänger an spezialisierte Rechtsanwälte des Deutschen Anwaltvereins Luxemburg (DAV) wenden, www.dav.lu