Fahrradstadt Kopenhagen ohne Stadtfahrrad

Fahrradstadt Kopenhagen ohne Stadtfahrrad

Kopenhagen ist als Paradies für Fahrradfahrer bekannt. Doch dieser Ruf ist gefährdet, denn die kostenlos zur Verfügung gestellten Stadträder werden jetzt erstmal ersatzlos eingesammelt.

Das international bewunderte „Radlerparadies“ Kopenhagen kann Besuchern für die Zukunft keine Stadträder mehr garantieren. Die bisher im Zentrum kostenlos nutzbaren Räder werden in diesem Monat eingesammelt und möglicherweise endgültig aus dem Verkehr gezogen, bestätigte der Betreiber.

Ersatz für das 1995 aus der Taufe gehobene und international als bahnbrechend gelobte Stadtrad-System ist nach ergebnislosen Vertragsverhandlungen vorerst nicht in Sicht. Streitpunkt war unter anderem die Reklame auf den Stadträdern. „Wir hoffen, dass es doch eine Einigung zwischen uns und der Stadtverwaltung gibt,“ sagte Johannes Bjerum vom „Stadtfahrrad-Fonds“.

Dänemarks Hauptstadt verfügt über 350 Kilometer gut ausgebaute Fahrradwege, legt sogar „Fahrradautobahnen“ mit grüner Welle für Radler an und lockt Touristen mit Eigenwerbung als „Stadt der Räder“. Die zuständige Bürgermeisterin Ayfer Baykal meinte in der Zeitung „Politiken“, das Ende des bisherigen Systems ohne Ersatz sei „ärgerlich“.

Die im Sommerhalbjahr bis zu 2500 in der Innenstadt verteilten Stadträder wurden von dem gemeinnützigen Fonds bereitgestellt und instand gehalten. Die Kosten deckte Reklame auf den Rädern. Bei den Nutzern waren die Meinungen geteilt: Ein Teil fand die kostenlose und simple Nutzung durch Pfandeinwurf wie beim Einkaufswagen im Supermarkt genial. Andere ärgerten sich über die simple Technik.

Offizielle Informationen zum bisherigen Stadtrad, Dänisch