familienbande

Wer kennt das nicht: Man redet sich als Elternteil immer wieder die sprichwörtlichen Fransen an den Mund, um Kinder zur Einsicht in die Notwendigkeit von Aufräumen, Hausaufgabenanfertigung, Zuverlässigkeit und so weiter zu bewegen. Der kleine Mensch da vor einem muss doch begreifen, dass es auch zu seinem eigenen Nutzen ist, wenn er sich an bestimmte Spielregeln hält.

 Petra Gottwald.Foto: privat

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Schließlich wird er irgendwann allein für sein Leben verantwortlich sein. Dann muss es ja auch ohne elterliche Ermahnung funktionieren! Das Kind nickt und gelobt Besserung - was es allerdings nicht davon abhält, unmittelbar danach wieder das gleiche ärgerliche Verhalten zu zeigen. Während Erwachsene eine langfristige Perspektive anlegen und grundlegende Fähigkeiten möglichst früh fördern wollen, leben Kinder und Jugendliche im Hier und Jetzt. Das Chatten mit Freunden verschieben, damit Arbeiten sorgfältig erledigt werden können, weil das später im Job auch wichtig sein wird?! Die Vorstellung, heute etwas einzuüben, was sie erst in ein paar Jahren existenziell brauchen werden, trifft die Lebensrealität Heranwachsender leider nicht. Die in Aussicht gestellte "Belohnung" für das gewünschte Verhalten ist zu weit weg, ebenso wie die negativen Folgen bei Fortführung des Schlendrians. Natürlich sollten Sie Ihrem Kind erklären, warum und wozu ordentliches Arbeiten wichtig ist. Mehr Bemühen zeigt Ihr Sprössling aber wahrscheinlich erst, wenn bei Nichtbeachtung unmittelbare und nachvollziehbare Konsequenzen erfolgen, das oben erwähnte Chatten ausfällt oder erst nach Abliefern einer akzeptablen Arbeit erfolgen darf. Petra Gottwald ist Diplom-Psychologin und stellvertretende Leiterin der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Palais in Trier. palais-ev.de Petra Gottwald.

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