1. Nachrichten
  2. Mehrwert

Fitnesstrainer auf vier Pfoten

Fitnesstrainer auf vier Pfoten

Besonders für ältere Menschen sind Hunde oft mehr als nur ein Haustier. Sie halten ihre Besitzer fit und sind wichtige Sozialpartner. Bei der Anschaffung eines Vierbeiners sollten Senioren jedoch einiges beachten.

Shayenne ist aufgeregt. Schwanzwedelnd rennt die Hündin von einem Baum zum nächsten, schnüffelt an jeder Ecke und kann es kaum erwarten, noch ein Stückchen weiter spazieren zu gehen. "Ist ja schon gut", versucht Edith Breuer den cirka fünf Jahre alten Staffordshire-Terrier zu beruhigen. "Shayenne freut sich immer, wenn sie aus dem Zwinger raus darf. Eigentlich ist sie ganz lieb, mit Menschen versteht sie sich sehr gut, aber andere Hunde mag sie nicht so gerne", erzählt die Rentnerin.
Soziale Bindungen



Seit über 20 Jahren kommt die junggebliebene 71-Jährige in ein Tierheim, um mit verschiedenen Hunden Gassi zu gehen. Breuer hatte lange eigene Hunde, aber irgendwann entschied sie, die Verantwortung für ein Tier nicht mehr übernehmen zu wollen.
Tierfeunde im Volksfreund



"Ich bin jetzt ja schon alt, wenn mir was passiert, ist niemand da, der sich um den Hund kümmern kann", so die Rentnerin. Doch auf die Vierbeiner und die Spaziergänge mit ihnen möchte sie nicht verzichten.
"Mir macht es einfach Spaß, mich mit den Tieren zu beschäftigen", sagt Breuer und fügt hinzu: "Ich möchte das auch noch so lange machen, wie es geht." Doch die Hunde sind nicht der einzige Grund, warum die Rentnerin regelmäßig ins Tierheim kommt. Sie hat dort auch Freunde gefunden und Kontakte zu anderen Tierliebhabern aufgebaut. Dass Senioren beim Spazierengehen häufig soziale Kontakte schließen, hat auch Josephine Mathis schon beobachtet.
Die Vorsitzende eines Tierschutzvereins erklärt: "Den Senioren tut der Umgang mit den Tieren einfach gut. Sie kommen an die frische Luft, haben eine Aufgabe und die Arbeit gibt ihnen ein Gefühl der Zufriedenheit." Aus diesem Grund befürwortet Josephine Mathis es auch, Hunde an ältere Menschen zu vermitteln. Besonders wichtig sei es dabei jedoch, darauf zu achten, dass Mensch und Tier zusammenpassen. "Meistens vergeben wir an Senioren auch ältere Hunde. Es würde einfach keinen Sinn machen, einen jungen Hund an eine 75-Jährige zu vermitteln. Alte Menschen können einem Welpen meist nicht mehr das geben, was er braucht, weil sie nicht mehr so fit sind," sagt Mathis.
Auf eine spezielle Rasse, die sich besonders gut für Senioren eignet, möchte sie sich jedoch nicht festlegen. Pudel und Dackel, die oft als Rentner-Hunde gelten würden, seien in der Regel eher ungeeignet, da sie sehr gelehrig beziehungsweise stur seien. Josephine Mathis empfiehlt älteren Menschen bei der Auswahl eines Vierbeiners vor allem auf eines zu achten: "Es muss auf jeden Fall ein Hund sein, den Herrchen und Frauchen beim Spazierengehen auch packen."
Generell sollten alte Menschen, bevor sie sich einen Hund anschaffen, klären, wer sich um das Tier kümmert, wenn sie krank werden. Das sei ein ganz wichtiger Punkt, betont Mathis. In Deutschland kaufen sich übrigens immer mehr Senioren ein Haustier, das ist das Ergebnis einer Studie der Initiative Zukunft Heimtier.
Bei der Umfrage stellte sich heraus, dass insgesamt etwa 22 Millionen Heimtiere in der Bundesrepublik gehalten werden, darunter allein rund fünf Millionen Hunde.
Vor allem ältere Menschen würden auf Tiere als Freizeitpartner zurückgreifen. Mit einem Anteil von 32 Prozent sind die über 60-Jährigen die größte Gruppe der Heimtierhalter. Die Teilnehmer der Studie gaben an, dass sie an ihren Haustieren besonders die Gesellschaft und den gemeinsamen Freizeitspaß schätzen. 61 Prozent der Bundesbürger sind zudem der Meinung, dass Tiere auch das Sozialleben bereichern und sehr wichtig für den Kontaktaufbau zu anderen Menschen sind.
Tägliche Ansprache


Dem stimmt auch Karin Hediger zu. Die Geschäftsführerin des Instituts für Interdisziplinäre Erforschung der Mensch-Tier-Beziehung in der Schweiz erklärt: "Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Hundehalter gesünder sind. Sie müssen ja rausgehen und sich bewegen."
Bei Senioren würden die Vierbeiner auch dafür sorgen, dass die alltägliche Routine aufrechterhalten wird.
Vor allem aber sei der Hund ein wichtiger Sozialpartner, Hediger erklärt: "Ältere Menschen, deren Lebensgefährte vielleicht schon verstorben ist, fühlen sich dank eines Haustieres nicht mehr so allein. Sie bauen oft eine wichtige emotionale Bindung zu ihrem Hund auf."
Extra

Fitnesstrainer auf vier Pfoten
Foto: Privat (g_mehrw

Meerschweinchen (Foto: dpa) sind sehr schreckhaft. Müssen Halter mit dem Nager zum Tierarzt, sollten sie ihn vor dem Hochnehmen immer streicheln und ansprechen. Zum Hochnehmen fassen sie am besten mit einer Hand von der Seite her unter den Brustkorb des Tieres und stützen mit der anderen das Hinterteil ab. Auf keinen Fall sollten sie den Brustkorb mit beiden Händen umschließen, warnt der Deutsche Tierschutzbund. Die Tiere können sonst ersticken. Außerdem ist es wichtig, das Meerschweinchen gut festzuhalten. Selbst Stürze aus geringer Höhe sind gefährlich und führen oft zu Knochenbrüchen. Auch wenn Kinder es toll fänden: Goldhamster lassen sich nicht an den menschlichen Tagesrhythmus gewöhnen. Die Nager sind dämmerungsaktiv und können nicht zu Tagtieren umerzogen werden. Weckt man sie ständig tagsüber, kann sogar ihre Lebenserwartung rapide sinken, heißt es in der Zeitschrift Ein Herz für Tiere (Ausgabe Juni 2016). Außerdem wären Hamster dauergestresst und würden als Folge sogar aggressiv. Wer so viel Zeit wie möglich mit den Nagern verbringen möchte, sollte sich gleich am späten Nachmittag mit ihnen beschäftigen, wenn sie wach werden. Achtlos herumliegende Medikamente können für Hunde gefährlich sein. Zum einen sind viele Wirkstoffe für sie unverträglich. Zum anderen sind die Dosierungen meist auf ein viel höheres Körpergewicht als das von Hunden ausgelegt, warnt Tina Hölscher von der Organisation Aktion Tier. Erwischen Halter ihr Tier dabei, wie es Tabletten verschluckt oder haben einen Verdacht, müssen sie es sofort zum Tierarzt bringen. Er kann durch eine Injektion Erbrechen auslösen, und so die Tabletten wieder zum Vorschein bringen. Aufwendiger ist es, unter Narkose den Magen des Tieres auszupumpen. Schädlich ist es, wenn Besitzer ihr Tier selbst behandeln und ihm bei Durchfall beispielsweise Kohletabletten geben. "Das verlangsamt nur die Ausscheidung der giftigen Substanz", erklärt Hölscher. Je nachdem was für ein Medikament der Hund verschluckt hat, kann er unter vermehrtem Speicheln, Zittern, Krämpfen und Durchfall leiden. Im schlimmsten Fall können die verschluckten Pillen tödlich sein. dpa