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Frische aus dem eigenen Beet

Frische aus dem eigenen Beet

Jeder, der schon einmal einen selbst gezogenen Strauß gebunden hat, wird die natürliche Ausstrahlung bestätigen. Oft reichen schon ein paar Quadratmeter im Garten, um sich die Frische und Vitalität saisonalen Flors fürs Haus heranzuziehen.

Trier. "Blumen auf dem Esstisch heben den Wohlgeschmack der Speisen", pflegte der legendäre Staudengärtner Karl Foerster aus Bornim bei Potsdam zu sagen. Kommen Dolden, Rispen und Korbblüten aus dem eigenen Garten, hat man doppelten Genuss. Die Blumen sind an Frische und Natürlichkeit nicht zu überbieten. Das Arrangieren von Blatt und Blüten bietet der eigenen Kreativität Nahrung. Im Juli sagte Foerster zu seiner Tochter: "Hol mal Phlox in recht verschiedenen Farben rein, leg sie auf den Boden - nun die dort, dann die linke, dann noch den dunklen Kontrast, siehst du, die Farben passen auch im Beet zusammen!" Blumensträuße können einen Anhaltspunkt zur Beetgestaltung geben. Gebündelt im Strauß sieht man, welche Farben nebeneinander harmonieren und welche Blütenformen einander ergänzen. Zur flächigen Wirkung der Phloxdolden setzen beispielsweise die Blütenquirle der Indianernessel einen spannenden Kontrast. Einmal gepflanzt, sammelt man sich die Pflanzenmaterialien für einen Strauß je nach Saison zusammen.
Garten als Blumenladen


Pflückt man nur einzelne Stiele, über den Weg hängenden Flor oder erntet von besonders üppigen Gewächsen, fällt es kaum auf, dass der Garten zum Blumenladen wird. Bei großem Bedarf an Schnittblumen sollte man sich ein spezielles Eckchen reservieren. Das Beruhigende: Im Schnittblumenbeet kommt es weniger auf eine perfekte Zusammenstellung an. Hier wird gezogen, was sich gut binden und winden lässt. Die beliebtesten Vasenblumen finden sich mit Löwenmäulchen, Bechermalven und Zinnien in den Reihen der Einjährigen. Der große Vorteil: Mit dem Sommerflor kann man immer wieder neue Kombinationen ausprobieren. Im Bauerngarten zwischen Nutzpflanzenreihen gesät, heitern sie Gemüsegrün auf. Dabei sollte man für den Blumenstrauß auch an Füllpflanzen wie Dill und Mutterkraut denken. Unter den Mehrjährigen haben sich Gartenmargerite, Schleierkraut und alle, die Sonne im Namen tragen, wie Sonnenauge, Sonnenbraut, Sonnenhut und Staudensonnenblume, bewährt. Wer Blumensträuße mit allen Sinnen genießen will, baut Kräuter ein. Sie geben Sträußen eine aromatische Note. Lavendel und Ysop zählen zu den bekannteren. Aber auch Minzen, Duftnessel (Agastache) und Indianernessel (Monarda) eignen sich ideal. Abrunden lassen sich die selbst gemachten Kunstwerke mit Blattschmuckpflanzen, die schon im Garten Randbereiche dekorieren. Bergenien oder Funkienblätter legen eine Manschette um kleinere Sträuße.
Geschnitten wird am besten morgens oder abends. Regenwetter sollte man meiden. Immer wieder hört man den Rat, Vasenblumen Zucker ins Wasser zu geben, um die Haltbarkeit zu verlängern. Das Gegenteil ist der Fall. Man könnte auch von süßer Rache sprechen: Mikroorganismen vermehren sich in gezuckertem Wasser schneller als in ungezuckertem und lassen Stängel dadurch schneller faulen. Generell sollte Blattwerk wegen der Fäulnisgefahr nicht ins Wasser ragen. Daher entfernt man vor dem Binden alle Blätter von den Stängeln.

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Was gäbe man darum, im Juli Aprikosen aus dem eigenen Garten zu ernten. Bis vor rund 60 Jahren schien das in der Region Trier möglich. "Der Triumph aus Trier ist äußerst wohlschmeckend und süß", heißt es 1915 über eine regionale Abart der Pfirsichaprikose in einem Katalog der renommierten Trierer Baumschule Lambert & Reiter. "Nach 1950 verschwindet die Sorte wie viele andere Obstsorten auch aus den Katalogen der Baumschulen", sagt Richard Dahlem. Im Naturschutzbund (Nabu) der Region Trier engagiert sich der Obstspezialist aus Trier für den Erhalt von Regionalsorten. Die Spurensuche nach der Triumph aus Trier allerdings blieb bisher erfolglos. Nun hofft man, die Aprikosensorte bei Privatleuten zu finden. "In Zusammenarbeit mit der Baumschule des Bürgerservice könnte die Aprikose dann wieder vermehrt und angepflanzt werden", heißt es. Wer noch einen Baum der Sorte besitzt, kann sich melden beim Nabu Region Trier, Pfützenstraße 1, 54290 Trier, Telefon 0651/6999473, E-Mail: region-trier@nabu-rlp.de kf