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Für die Hitze wie geschaffen

Für die Hitze wie geschaffen

Sonne und Hitze sind für sie kein Problem. Ein Pflegeprogramm brauchen sie trotzdem. Was jetzt zu tun ist, damit die beliebtesten aller Sommerblüher bis zum Ende der Saison schön bleiben, gilt auch für andere Balkonpflanzen: gießen, düngen, ausputzen

Mit dem Rekord im Kaskadenblühen könnte es dieses Jahr doch noch etwas werden. Farbenfroh lassen Hängegeranien ihre Blütenschleppen aus Balkonkästen hängen. Stehende Geranien strecken ihre vitalen Blütenbälle der Sonne entgegen. Nach einem zögerlichen Start im kühl-verregneten Frühjahr zeigen die beliebtesten aller Balkonpflanzen, was ein Sommer mit viel Sonnenschein und hohen Temperaturen bewirkt.
Südlagen sind optimal


Geranien stammen ursprünglich aus Südafrika. Selbst wenn neuere Sorten auf Wetterfestigkeit gezüchtet werden, brauchen sie ein Stück Heimatgefühl. Südlagen sind daher optimal. In Ost- und Westlagen wollen sie mindestens die Hälfte des Tages voll besonnt sein.
Im August laufen Geranien zu ihrer ganzen Schönheit auf. Jetzt darf man mit der Pflege nicht nachlassen. Düngen gehört dazu. Selbst Pflanzerden, in denen sich Langzeitdünger befindet, haben sich erschöpft und benötigen Nachschub. Am effektivsten sind Flüssigdünger. Sie werden nach Gebrauchsanleitung einmal wöchentlich mit dem Gießwasser gegeben. Es gibt spezielle Geraniendünger. Gute Ernährung bezieht sich aber nicht nur auf das "Essen". Geranien sind auch durstig. Immer mehr Topfgärtner stellen auf die praktische Tröpfchenbewässerung um. Ein computergesteuertes System versorgt die Pflanzen optimal mit Wasser. Manuell wird mit Fingerspitzengefühl im wahren Sinn des Wortes gegossen. Am besten kontrolliert man vor dem Wässern mit dem Finger, wie feucht der Boden ist. Die oberste Erdschicht darf ruhig etwas angetrocknet sein. Die Gefäße dagegen dürfen nie komplett austrocknen.
Staunässe vermeiden


Das andere zu vermeidende Extrem ist Staunässe. Ein vernässter Topf kann Fäulnis fördern. Auf Balkonen weht oft eine leichte Brise durch die Pflanzungen. Das hilft, Feuchtigkeit schnell abtrocknen zu lassen. In sehr windexponierten Lagen dagegen können Geranien brechen. Hier ist es sinnvoll, stehende Geranienstöcke zu stäben. Gegebenenfalls werden Pflanzen jetzt neu aufgebunden.
Hängegeranien-Sorten sind zwar nicht ausdrücklich für "intelligente Faule" gezüchtet worden. Doch in der Saison brauchen sie tatsächlich weniger Zuwendung als ihre stehenden Schwestern. Sie werfen Verblühtes ab und säubern sich damit selbst. Ausputzen kann aber auch eine willkommene Beschäftigung sein. Zupfen und Kappen verblühter Blüten ist eine geradezu entspannende Tätigkeit, die einen das Genusserlebnis Blumensommer in direktem Kontakt erleben lässt. Edelpelargonien danken es mit Blütenneubildung.
Ranken um die Wette


Sollten sich in den Kästen und Töpfen Lücken auftun, lohnt es sich, im Laufe des Monats nach Begleitern aus dem Herbstzaubersortiment mit Blatt- und Blütenschmuck Ausschau zu halten. Standortprinzipien darf man für die saisonale Bepflanzung ruhig mal über Bord werfen. Efeu mit buntlaubigen Sorten beispielsweise gehört zu den eher schattenliebenden Arten. Einen Platz an der Sonne nimmt er an, wenn er ausreichend gewässert wird. Bis zum Frost wird noch um die Wette gerankt. Hängegeranien können zwei Meter lang werden.
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Extra

In der Botanik heißen die beliebten Sommerblüher Pelargonium. Das leitet sich vom griechischen Wort pelargos für Storch ab und bezieht sich auf die schnabelartigen Früchte. Die Idee dazu hatte 1789 ein französischer Botaniker. Die ersten in Europa bekannten Arten hatte der Begründer der Pflanzensystematik, Carl von Linné, aber bereits der Gattung Geranium zugeordnet. Zu ihr gehören alle mehrjährigen Storchschnäbel, wie die ebenfalls seit neuerem als Balkonpflanze beliebte Rozanne. Im Volksmund hat sich der Name Geranien etabliert. Bei genauerer Einteilung spricht man häufig von den stehenden Edel-Pelargonien, Zonale-Pelargonien mit den dunklen Gürtelstreifen auf der Blattoberseite und den rankenden Efeublättrigen oder Hänge-Pelargonien. Längst kein Geheimtipp mehr für Liebhaber feiner Aromen sind Duftpelargonien. kf