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Gartenkolumne Kathrin Hofmeister Saatgut

Kolumne : Selber aussäen macht glücklich

Instant-Lösungen sind auch im Gartenbereich stark gefragt. Mehr Mühe, aber auch mehr Spaß und mehr Genuss bereitet Selbstgezogenes. Bei seltenen Sorten bleibt einem keine andere Wahl.

Die Kundin vor mir legt Tütensuppe aufs Einkaufsband, ich drei Tütchen Samen für Suppengrün. Mir steht eine mühselige Anzucht bevor. Sie wird eine Mahlzeit im Handumdrehen anrichten. Instant-Lösungen sind auch im Gartenbereich gefragt. Vorgezogene Gemüsepflanzen gehören dazu.

Doch wie bei der Tütensuppe kann einem dadurch eine Menge Lebensqualität entgehen. Selbstgezogenes isst man mit mehr Genuss. Zudem macht es Spaß, dem Keimling beim Wachsen zuzusehen. Bei seltenen Gemüsesorten kommt man um die eigene Anzucht oft gar nicht herum.

Während ich gängige Pflanzen meist als Jungpflanzen kaufe, weil mir die optimalen Bedingungen für die Anzucht wärmebedürftiger Arten fehlen, ist der Platz auf der hellen Fensterbank um diese Zeit für Ausgefallenes reserviert. Ideal wären beheizbare Gewächshäuser oder Wintergärten. Sie lassen Licht und Wärme von allen Seiten an die Zöglinge. Bei mir müssen die Aussaaten mit den südseitigen Fenstern vorliebnehmen. Da machen sie lange Hälse. Sie wollen halt auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Aber wenigstens von unten kann man ihnen mit einer Heizmatte das Einwurzeln erleichtern.

Ebenso wichtig ist die Qualität der Anzuchterde. Wer Lust hat, kann sie selber herstellen: Ich mische gesiebten, reifen Kompost, Maulwurfserde von der Wiese und Sand im Verhältnis 5:3:1. Dann streue ich noch eine Handvoll Gesteinsmehl drüber und vermenge alles miteinander. Die Zusammensetzung des Komposts bestimmt, wie hoch der Nährstoffgehalt ist.

Für die Aussaat sollten Erden möglichst nährstoffarm sein. Puristen empfehlen deshalb Fertig-Anzuchterde. Sie enthalte die notwendigen Nährstoffe in der richtigen Menge und keinen Unkrautsamen. Aber ob man Aussaat­erde aus Eigenproduktion oder aus der Tüte nimmt, kann jeder für sich entscheiden.

Kathrin Hofmeister

Tipp: Eine Saatgutbörse mit samenfesten Sorten von teils regionalen und traditionellen Gemüsesorten, Kräutern und Blumen gibt es am Sonntag, 25. Februar, von 11 bis 16 Uhr im Jugendzentrum Mergener Hof in der Rindertanzstraße in Trier, organisiert vom Verein Trier im Wandel – Transition Trier e.V.

Sie haben eine Frage an unsere Gartenexpertin Kathrin Hofmeister? Schreiben Sie an garten@volksfreund.de

 Verschiedenes Saatgut zeigt dieses Bild. Die Gartenfreunde können zwischen Selbstgezogenem und Instant-Lösungen wählen.
Verschiedenes Saatgut zeigt dieses Bild. Die Gartenfreunde können zwischen Selbstgezogenem und Instant-Lösungen wählen. Foto: TV/Kathrin Hofmeister

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