Gartenkolumne zu Schutzzonen in dichtem Bewuchs.

Gartenkolumne : Jungvögel finden Schutz in dicht bewachsenen Beeten

Unsere Gartenexpertin begründet, warum sie eine Bepflanzung mag, bei der während der Saison kein Stück Erde mehr zu sehen ist.

Ein Höhepunkt im Gartenjahr ist die Blütezeit des Orientalischen Mohns. Seine großen seidigen Blüten in leuchtendem Rot, Orange oder Lachsrosa ziehen die Blicke auf sich. Leider fallen danach aber auch die vergilbenden Blätter störend auf.

Noch unschöner wird es, wenn im Prachtbeet schließlich eine Lücke klafft. Die auch als Türkischer Mohn bekannte Staude zieht sich vollständig ein, um im Herbst wieder frisch auszutreiben und mit der neuen Blattrosette zu überwintern.

Eine Gärtnerin aus der Vulkaneifel – wo der an der Mosel längst verblühte Prachtkerl gerade seine Hochsaison feiert – verriet mir ihr Erfolgsrezept: Nach dem Verblühen kürzt sie die Pflanzen zur Hälfte ein. So kann der Mohn noch genügend Reservestoffe aus den Blättern zurück in den Wurzelstock ziehen, fällt aber nicht unangenehm auf.

Denn daneben sind längst andere Stauden hochgewachsen und kaschieren sein Laub. Außer mit Rittersporn und Phlox habe sie gute Erfahrungen mit Wasserdost gemacht. Der mannshohe Korbblütler mit weinroten Blütendolden in den Monaten von Juli bis September ist ein ausdrucksstarker Senkrechtstarter und Insektenmagnet. In der Breite erreicht er nicht selten rund 80 Zentimeter.

 Für die Liebhaberin einer dichten Bepflanzung, bei der während der Saison kein Stück Erde mehr zu sehen ist, hat das „Ineinander-Übergehen“ weitere Vorteile: Unkraut wird unterdrückt. Jungvögel finden Schutz. Verlassen die Piepmätze das Nest, werden sie oft am Boden weiter gefüttert. Das Fliegen müssen kleine Amseln und andere Nachkommen unserer Gartenvögel erst noch richtig lernen. So hüpfen die Flügge-Werdenden ein paar Tage durch den Garten.

In dieser Zeit sind sie auf offener Fläche leichte Beute für Katzen. In dicht bewachsenen Beeten findet sie der Stubentiger nicht so schnell.

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