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Gartenprofi Kathrin Hofmeister gibt Tipps für den Rhabarber.

Gartenkolumne : Rhabarber teilen

Die plakativste Beschreibung eines Lauschangriffs gelingt im Platt: „Den hot Uaren – also Ohren – wie Rhabarberbleeder.“ Die Blätter der beliebten Zutat für Kompott und Kuchen sind aber auch wirklich riesig.

Und jetzt die Ohren gespitzt: Wird die Staude immer größer, aber die Stiele immer dünner, ist es Zeit, den Koloss zu teilen.

Meist ist das nach fünf bis sechs Jahren der Fall. Die Monate September, Oktober sind ideal für die Verjüngungskur. Normalerweise gräbt man den kompletten Rhabarber aus, sobald das Laub vergilbt ist, und teilt sie mit dem Spaten. Jedes Teilstück sollte mindestens eine große Knospe haben und maximal drei. Die Teilstücke setzt man an anderer Stelle wieder ein und gibt ihnen Zeit zum Neuaufbau. Im ersten Jahr nach dem Verpflanzen sollte man die frisch gesetzte Pflanze nicht beernten.

Wirtschaftlicher klingt da eine andere Methode: Anstatt die ganze Rhabarberstaude in viele kleine Einheiten zu zerlegen, verkleinert man die Mutterpflanze lediglich. Dazu sticht man vom Rand kräftige Rhizome ab. Die Mutterpflanze bekommt wieder Luft, kann sich regenerieren und trotzdem schon im nächsten Jahr weiter beerntet werden. Die abgestochenen Teile werden bei Bedarf an andere Stelle aufgepflanzt.

Ein ähnliches Prinzip funktioniert auch bei Präriegräsern wie der beliebten Rutenhirse (Panicum). Man spricht von der Kuchenstücktaktik. Etwa alle fünf Jahre sticht man zwei Drittel ab und füllt mit frischer Erde auf. Nimmt man an mehreren Stellen kleine Stücke raus, kann sich das Gras an diesen Stellen ausbreiten und wächst schnell wieder zu einem schönen Busch zusammen. Für die Teilung der Gräser muss man allerdings bis zum nächsten Frühjahr warten.

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