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Genfer Siegel – Wie Qualität zum Standard wurde

Genfer Siegel – Wie Qualität zum Standard wurde

Schweizer Uhren umgibt der Nimbus von Langlebigkeit, Präzision und Luxus. Der Ursprung dieses Schweizer Uhrenmythos geht bis auf das Jahr 1886 zurück. Denn in diesem Jahr entstand das "Genfer Siegel", eine Qualitäts- und Ursprungsbescheinigung für mechanische Uhren aus dem Schweizer Kanton - mehr als 100 Jahre vor der offiziellen Kontrollstelle "Contrôle officiel suisse des chronomètres" (COSC). Das Genfer Siegel begründete maßgeblich den Ruf der heutigen Schweizer Uhren.

Die Herstellung einer Schweizer Uhr ist wie die Erschaffung eines Kunstwerks. Die winzig kleinen Einzelteile werden von Spezialisten gefertigt und anschließend in Präzisionsarbeit zusammengesetzt. Laut eines aktuellen Artikels von Chrono24 bestimmt dieser aufwendige Fertigungsprozess maßgeblich den Preis einer Schweizer Uhr; neben den Materialen ist er der größte Kostenfaktor. Da die Uhrenmacher jedes Einzelteil selbst anfertigen, steckt in jeder mechanischen Uhr eine Arbeitszeit von circa zwei Jahren. Über diesen Herstellungsprozess berichtet beispielsweise die folgende Reportage von FOCUS Online:

Kontrolle ist alles

Damit eine Uhr das Genfer Siegel tragen darf, müssen die Hersteller strenge Auflagen erfüllen. Die entsprechenden Qualitätsmerkmale wurden in den vergangenen Jahren stetig weiterentwickelt und kontinuierlich dem aktuellen Stand der Technik angepasst. Das Siegel definiert die Auflagen, die für die Herstellung, die Qualität und den Funktionsumfang der Uhren gelten.

Die Herstellung einer Uhr mit dem Genfer Siegel darf ausschließlich im Kanton Genf stattfinden. Unter diese Regelung fällt auch die Produktion der benötigten Einzelteile. Lediglich die Rohmaterialien dürfen importiert werden. Außerdem müssen alle metallischen Bestandteile vor dem Verbauen von Hand geschliffen und poliert werden, um die Qualität und Optik eines jeden Teils zu gewährleisten.
Alle Bestandteile müssen höchsten Qualitätsansprüchen genügen. Verboten sind beispielsweise Drahtfedern, sie sind durch Federn aus Edelstahl zu ersetzen. Die Uhrenhersteller dürfen außerdem ausschließlich Uhrenlager aus Rubin verwenden.
Zuletzt werden die Funktionen der Uhr geprüft. Beispielsweise muss die Ganggenauigkeit über einen Zeitraum von sieben Tagen unter einer Minute liegen. Weiterhin müssen Genfer Siegeluhren einen siebentägigen Kalender aufweisen und 24 Stunden lang vollständig wasserdicht bleiben.
Jede Modellreihe wird auf die Einhaltung der Qualitätskriterien hin getestet. Erfüllt eine mechanische Uhr diese Auflagen nicht, darf sie das Siegel nicht tragen. Die Testergebnisse sollen zudem in Zukunft öffentlich gemacht werden, um die Qualitätssicherung transparenter zu gestalten.