Gesunde Ernährung in Grün, Gelb und Rot

Gesunde Ernährung in Grün, Gelb und Rot

Salz, Zucker, Fett: Wenn Lebensmittel von diesen Nährstoffen zu viel beinhalten, ist das nicht gut für die Gesundheit. Doch die Angaben auf Verpackungen sind meist schwer zu verstehen. Abhilfe könnte hier die sogenannte Nährwert-Ampel bieten.

Nährwert-Informationen auf einen Blick liefert die Kennzeichnung von Lebensmitteln mit den Ampel-Farben. Foto: dpa.

Mainz/Trier. Obst, Gemüse und Vollkornprodukte - das sind die Eckpfeiler einer gesunden Ernährung. Doch nicht alle Lebensmittel sind so leicht einzuordnen, sofern sie nicht entsprechend gekennzeichnet sind. Ernährungs-Expertin Susanne Umbach von der Verbraucherzentrale in Mainz befürwortet die sogenannte Nährwert-Ampel. Dem Trierischen Volksfreund hat sie die wichtigsten Punkte erklärt.

Wie funktioniert die Nährwert-Ampel?

Die Nährwert-Ampel ist eine vereinfachte Nährwert-Kennzeichnung. "Sie soll Verbrauchern helfen, insbesondere Fertigprodukte mit viel Salz, Zucker, Fett und ungesättigten Fettsäuren schnell zu erkennen", sagt Susanne Umbach. Sie biete dem Verbraucher Orientierung und eine Bewertung des Nährstoffgehalts.

Was bedeuten die einzelnen Farben?

Eine rote Kennzeichnung zeigt einen hohen Gehalt des jeweiligen Inhaltsstoffs (zum Beispiel Fett) auf. Man sollte nicht zu viel davon essen oder trinken. Ein Nährstoff mit mittlerem Gehalt, mit dem man mit Bedacht umgehen sollte, wird gelb gekennzeichnet. Grün ist schließlich für eher empfehlenswerte Mengen.

Nach welchen Kriterien werden die Farben vergeben?

Die Ampel wurde von der britischen Lebensmittelbehörde Food Standard Agency eingeführt. Zusammen mit Experten aus Industrie und Verbraucherschutz ist die Einteilung entstanden.

Heißt "grün" auch automatisch gesund?

Die Farbe Grün bedeutet, dass ein kritischer Nährstoff in einem geringen Maß vorhanden ist. Je mehr grüne Punkte es auf einer Packung gibt, desto besser. Allerdings muss es auch immer einen Bezug zur Menge geben. "Nur weil eine Tiefkühl-Pizza einen grünen Punkt für ihren geringen Fettgehalt hat, macht sie das noch nicht zu einem empfehlenswerten Lebensmittel", sagt Umbach.

Welche Vorteile haben Verbraucher durch die Ampel-Kennzeichnung?

Die Ampel macht auf den ersten Blick erkennbar, ob es sich um eine Fettfalle oder eine Zuckerbombe handelt. Umbach zufolge belegen Studien, dass man sich bei einem Einkauf nur rund 30 Sekunden mit einem Produkt beschäftigt. Durch die Ampel könne man daher Produkte einer Kategorie schnell miteinander vergleichen.

Wie sind Lebensmittel zurzeit gekennzeichnet?

Es gibt keine gesetzliche Verpflichtung, Produkte zu kennzeichnen. Allerdings findet man auf vielen Verpackungen dennoch Angaben zu Salz-, Zucker- und Fettgehalt. "Diese richten sich allerdings nach Portionsgrößen, die von den Herstellern willkürlich festgelegt sind", sagt Umbach. "So kann man aus einer Kalorienbombe ein Lightprodukt mogeln." Durch die Nährwert-Ampel sei dies weniger möglich.

Kann das Verhalten der Verbraucher durch die Nährwert-Ampel positiv verändert werden?

"Eine verpflichtende Kennzeichnung kritischer Stoffe kann nur ein einzelner Baustein in einem umfassenden Konzept für Ernährung und Aufklärung sein", sagt Ernährungs-Expertin Umbach. Aber ohne eine Kennzeichnung sei es für die Verbraucher schwierig, gesundheitsorientierte Produkte auszuwählen.

Darüber hinaus werde der Verbraucher durch die Kennzeichnung auf das Thema gesunde Ernährung aufmerksam gemacht. "Wer sich sowieso schon mit dem Thema beschäftigt, für den ist die Nährwert-Ampel vermutlich nicht notwendig."

Wie können sich Verbraucher auch ohne Ampelkennzeichnung im Geschäft orientieren?

Umbach rät: "Indem sie sich nach den Regeln gesunder Ernährung richten: viel Obst und Gemüse, Vollkornprodukte bevorzugen und verarbeitete Lebensmittel - das heißt zum Beispiel Fast Food und Fertigkost - weitestgehend meiden."

Weitere Informationen zum Thema auf www.ampelcheck.de