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Gesundheit: Was tun bei krankhaftem Übergewicht?

Gesundheit : Krankhaftes Übergewicht, was tun?

Die Festtage sind vorbei und haben sicherlich beim Einen oder Anderen Spuren auf der Waage hinterlassen. Nun hat das neue Jahr begonnen und damit startet für viele die Zeit der guten Vorsätze.

Was ist bei Übergewicht und Adipositas zu tun? Wann wird es dringend zu handeln? Dies hängt von mehreren Faktoren ab:

Zunächst einmal vom Body- Maß – Index (BMI=Körpergewicht/Körpergröße2), bei einem BMI>25 kg/m2 spricht man von Übergewicht. Diesem sollte mit einer Änderung des Lebensstils mit Steigerung der körperlicher Betätigung und einer Ernährungsumstellung entgegengewirkt werden.

Ab einem BMI>30 kg/m2 spricht man von Adipositas (Obesitas, Fettsucht). Letztere geht mit gehäuften Folgeerkrankungen einher. Ein wichtiger Faktor, wie dringlich Handlungsbedarf besteht, ist die Fettverteilung, die mit unterschiedlichen gesundheitlichen Risiken einhergehen. Hier stellt die sog. Apfelform, bei der das Fett insbesondere im Bauchbereich angesiedelt ist ein deutlich höheres Risiko für Herz- Kreislauferkrankungen und Diabetes mellitus dar, als die Birnenform, bei der die Fettdepots an Hüften und Oberschenkeln betont sind.

Was ist zu tun?

Sowohl beim Übergewicht als auch bei Adipositas ist zunächst einmal eine Ernährungsumstellung und eine Steigerung der Bewegung angezeigt. Die Fettmasse soll reduziert und die Muskelmasse erhalten bleiben. Der Insulinspiegel sollte konstant niedrig gehalten werden. Dabei ist es wichtig, die richtigen Kalorien aufzunehmen und weniger Kalorien als zu verbrauchen. Dies ist leichter gesagt als getan und zahlreiche Artikel geben diesbezüglich Ratschläge.   Prinzipiell ist es nicht empfehlenswert eine strenge und einseitige Diät zu beginnen, die mit dem Lebensstil nicht dauerhaft vereinbar ist. Diese kann oftmals nur kurz durchgehalten werden und führt unweigerlich zu einem JOJO-Effekt. Allgemein kann man festhalten, dass bei allen Mahlzeiten eine Eiweißquelle im Vordergrund stehen sollte. Die konsumierten Nahrungsmittel sollten naturbelassen – d.h. ohne künstliche Zusatzstoffe, leicht und lecker, die Portionen nicht zu groß und die Mahlzeiten unkompliziert zuzubereiten sein. Manchmal ist auch eine psychologische Ernährungstherapie sinnvoll, um das Essverhalten zu optimieren. Zusätzlich steigert jede Bewegungsaktivität den Kalorienverbrauch.

Professionelle Unterstützung zur Gewichtsreduktion sollte in jedem Fall gesucht werden, wenn bereits Begleiterkrankungen bestehen. Sind alle konservativen Maßnahmen erfolglos ausgeschöpft, kann ab einem BMI>40 kg/m2über eine operative Unterstützung nachgedacht werden. Eine Vorstellung in einem Adipositaszentrum ist zur Beratung sinnvoll.

Prof. Dr. Dorothee Decker, Leiterin Kompetenzzentrum für Adipositas und metabolische Chirurgie, Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen Trier.