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Gesundheitskolumne über die Vermeidung von Gedächtnisstörungen.

Kolumne Hauptsache Gesund : Was tun bei Gedächtnisstörungen?

In meiner Sprechstunde wie auch im Demenzzentrum Trier aber auch in den allgemeinmedizinischen und fachärztlichen Praxen stellen sich zunehmend Menschen vor, die über Störungen der Merkfähigkeit und der Aufmerksamkeit berichten.

Nach aktuellen Zahlen leben in Deutschland über 1,5 Millionen Menschen mit Demenz und pro Tag kommen etwa 900 Patienten dazu.

Glücklicherweise ist aber nicht jede Einschränkung der Merkfähigkeit der Beginn einer Demenz. So tragen etwa Schlafstörungen, internistische Erkrankungen, soziale Isolation, eine niedergedrückte Stimmung wie  auch Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung zur Reduktion der Gehirnleistung bei. Medikamente, die das Schlafen verbessern sollen, wie Benzodiazepine (etwa Oxazepam) und frei verkäufliche Antihistaminika (etwa Doxylamin) wirken sich ebenfalls nachteilig aus.

Was sollte ich tun bei für mich belastenden oder zunehmenden Störungen des Gedächtnisses? Der erste Schritt ist die Vorstellung bei Ihrem Hausarzt/ärztin. Dieser wird zum einen Tests durchführen, die das Gedächtnis überprüfen (wie Mini Mental State Test) und gemeinsam mit Ihnen entscheiden, ob weitere fachärztliche Untersuchungen notwendig sind. Gegebenenfalls wird bei deutlichen Störungen eine Kernspintomographie des Gehirns sowie weitere Untersuchungen (Nervenwasseruntersuchung) veranlasst. Sollte tatsächlich eine Demenz nachgewiesen werden, so gibt es Medikamente, die die Symptome lindern können. Zudem wird gerade auf dem Gebiet der Alzheimer Erkrankung sehr viel geforscht, so dass die Hoffnung ist, dass in naher Zukunft neue Substanzen zugelassen werden, die die Erkrankung stärker positiv beeinflussen können.

Sie selbst können aber einer Zunahme der Gedächtnisstörungen vorbeugen. Es gibt gute wissenschaftliche Studien, die nachweisen, dass regelmäßige körperliche Bewegung (mindestens 20 Minuten pro Tag spazieren gehen, dreimal wöchentlich  mindestens 30 Minuten Ausdauersport), gesunde Ernährung (viel Obst, Gemüse, Fisch, Olivenöl und Vollkornbrot, dagegen wenig Fleisch oder Milchprodukte wie fetter Käse und Butter), Beendigung des Nikotinkonsums, soziale Aktivitäten wie Familie und Freunde treffen oder regelmäßige Spiele (Brett- und Kartenspiele) das Risiko einer Demenz bis zu 60 Prozent mindern können. Glücklicherweise gibt es in Trier mit dem Demenzzentrum zudem eine spezielle Anlaufstelle, bei der kostenlose Beratungen rund um das Thema Demenz und Gedächtnisstörungen nach Vereinbarung möglich sind.

Prof. Dr. Matthias Maschke Foto: Prof. Dr. Matthias Maschke

Das seit 2006 bestehende Demenzzentrum für die Region Trier ist eine einzigartige Einrichtung, die es sich zur Aufgabe macht, demenzkranken Menschen die Möglichkeit zu geben, in einem Umfeld zu leben, das ihren Bedürfnissen und ihrem Menschsein entspricht und gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht. Es arbeitet mit allen sozialen oder medizinischen Einrichtungen in der Region, wie Arztpraxen, Krankenhäusern, Sozialstationen etc. zusammen. In den Räumen des Vereins im Ärztehaus, Engelstrasse 31, gibt es für Betroffene und für Angehörige verschiedene Angebote. Im Demenzzentrum ist darüber hinaus die Schwerpunkt-Beratungs- und Koordinierungsstelle Demenz für die Stadt Trier angesiedelt. Professor Matthias Maschke ist erster Vorsitzender des Vereins: www.demenzzentrumtrier.de; Telefon 0651-4604747