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Gesundheitskolumne zu Corona und Schwangerschaft

Gesundheitskolumne : Was Corona in der Schwangerschaft bedeutet

Coronaviren sind eigentlich gute Bekannte: ein Großteil der Erkältung, die unsere Kinder von Kindergarten oder Schule mit bringen und die in Trier „Frek“ heißt, geht auf das Konto von Coronaviren.

Ihren Namen haben die Coronaviren ja von den Spikes haben, die wie Kronenzacken aussehen und mit denen sie sich an bestimmten Rezeptoren in unseren Nasen-Rachenraum andocken und leicht weiter kommen. Im Herbst 2019 hat sich in China eine wesentlich gefährlichere Mutante gebildet, nach allem, was wie wissen, von Wildtieren wie Fledermäusen, die Krankheit verläuft nach Angaben des Robert-Koch-Institutes in ca. 80 Prozent  harmlos mit eher banalen Infektionszeichen wie Kopfschmerzen, Fieber, Gliederschmerzen und Nasenkatarrh, 14 Prozent erkranken schwer, sodass sie das Bett hüten müssen, fünf Prozent erkranken kritisch, die Hälfte davon muss wegen einer rasant verlaufenden Lungenentzündung beatmet werden, ein Großteil davon kommt schnell zu Tode.

Die Bilder aus Bergamo oder New York sind noch deutlich im Gedächtnis. Infektiös ist das Aerosol, das heißt feinste Tröpfchen von Infizierten, die schon Tage vor Symptombeginn hochinfektiöse Viren ausscheiden, daher sind Masken so wichtig, da ich ja nicht weiß, ob ich infektiös bin. Ältere Mitbürger, besonders alte Männer sind besonders gefährdet, aber junge Frauen sind eben nicht vor einem schlimmen Verlauf geschützt.

Viele Schwangere machen sich große Sorge, sind verunsichert und übertreiben ihre Sorge, manche sind unfassbar leichtsinnig.

Zwar sind die gut untersuchten Fallzahlen von Corona-Infektionen bei Schwangeren gering, wir lernen aber ständig dazu: eine Infektion von der Mutter auf das Ungeborene kommt in der Regel nicht vor, die Viren gelten als nicht plazentagängig. Wenn sich Kinder nach der Geburt von ihrer Mutter anstecken, haben sie aber nur milde bis keine Symptome, ein Todesfall wurde bisher nicht beobachtet. Ein Problem stellt eher die infizierte werdende Mutter dar, denn im Fall eines schweren Verlaufes kann sie schlecht in der typischen und bewährten Bauchlage beatmet werden.

Alle Fachleute sind sich einig, dass das Risiko, an Corona zu erkranken für eine gesunde Schwangere keine Indikation für eine Krankschreibung oder ein Beschäftigungsverbot darstellt, außer sie arbeitet mit Corona-Infizierten, zum Beispiel auf einer Intensivstation.

Im Supermarkt, in der Klinik, im Möbelhaus oder bei persönlichen und familiären Treffen besteht selbstredend immer ein Basisrisiko: demnach ist die Prophylaxe mit AHA (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske) der beste Schutz. Und eine Schwangere (nur eine Schwangere?) sollte direkt beim Nach-Hause-Kommen eine richtige Händehygiene betreiben: zweimal „Happy Birthday“ summen, das sind 40 Sekunden, mit normaler Seife: das überlebt kein Virus.

In diesem Sinne: bleiben Sie guter Hoffnung und gesund!

Dr. Rudolf Sauter Frauenarzt, Trier.