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Gesundheitskolumne zum Thema Gallensteine

Gesundheitskolumne : Die Galle: Steinreich ist nicht immer gut

Etwa 20 Pozent der Bevölkerung entwickeln Gallensteine. Diese entstehen in der Gallenblase, die eine Speicherfunktion für die Galle hat und die Gallenflüssigkeit eindickt.

Bei der Entstehung von Gallensteinen spielen zusätzliche individuelle Faktoren eine Rolle. Als Risikofaktoren für die Gallensteinbildung gelten höheres Alter, weibliches Geschlecht, Adipositas, kohlenhydratreiche, ballaststoffarme Ernährung. Oftmals verursachen Gallensteine keinerlei Beschwerden und müssen auch bis auf wenige Ausnahmen nicht behandelt, sprich operiert, werden. Beschwerden entstehen dann, wenn die Gallensteine den Ausgang der Gallenblase verlegen und die Gallenblase versucht die Gallensteine herauszupressen. Typische durch Gallensteine verursachte  Beschwerden sind krampfartige rechtsseitige Oberbauchschmerzen oder Dauerschmerzen im rechten Oberbauch, die länger als 15 Minuten anhalten. Die Schmerzen können auch in den Rücken und die rechte Schulter ausstrahlen.

Treten Beschwerden auf, sollte eine operative Entfernung der Gallenblase erfolgen, da das Risiko für weitere Komplikationen deutlich ansteigt. Diese Operation kann in Ruhe geplant werden. Komplikationen durch ein bestehendes Gallensteinleiden können  zum Teil sehr ernst und gefährlich sein. Durch die Gallensteine kann der Gallenblasenausgang verlegt werden und durch aufsteigende Keime kann sich die prallgefüllte Gallenblase entzünden. Diese Gallenblasenentzündung sollte  nach den neusten Leitlinien möglichst innerhalb von 24 Stunden operiert werden. Durch die entzündete Gallenblase können sich Verbindungen zum Zwölffingerdarm und Dickdarm bilden, sogenannte biliodigestive Fisteln.

Daneben können die Gallensteine in den Hauptgallengang wandern und diesen verstopfen, so dass zum einen ein Gallestau mit oder auch eine Bauchspeicheldrüsenentzündung entsteht. Schlussendlich können  Gallensteine in seltenen Fällen das Auftreten von Gallenblasenkrebs begünstigen.  Besteht der Verdacht von symptomatischen Gallensteinen, sollte eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt werden. In  über 95 Prozent der Fälle können Gallensteine detektiert werden. Dies ist ein sehr guter diagnostischer Wert für eine Untersuchung. Mit Hilfe der Ultraschalluntersuchung können  dann auch die Gallenblasenwand, die Gallenblasenflüssigkeit und auch die Gallenwege beurteilt werden. Die Laboruntersuchung des Blutes gibt Hinweise auf eingetretene Komplikationen, wie die Entzündung der Gallenblase, der Bauchspeicheldrüse und eines Gallestaus als Hinweis auf Gallengangsteine.

Die Therapie der Wahl des symptomatischen Gallensteinleidens stellt die Operation dar. Dabei wird die Gallenblase mit den Steinen komplett entfernt. So wird der Ort, an dem die Gallensteine entstehen, eliminiert. Die Operation erfolgt mit der Schlüssellochtechnik, das heißt minimal invasiv, per Laparoskopie. Nach einer Gallenblasenentfernung gibt es keine Diätvorschriften. Die meisten Patienten merken keine Veränderung der Verdauung.

Professor Dr. med. Pan Decker ist Chefarzt der Chirurgischen Klinik I im Klinikum Mutterhaus der Borromäerrinnen.