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Gesundheitskolumne zum Thema Krafttraining.

Kolumne Hauptsache gesund : Es ist nie zu spät, mit dem Kraftsport zu beginnen

War Krafttraining noch vor wenigen Jahren verpönt und für viele mit Bodybuilding gleichgesetzt, hat sich diese Ansicht inzwischen komplett geändert. Krafttraining ist gerade im Alter wichtig!

Krafttraining hilft uns dem zunehmenden Muskelabbau entgegen zu wirken. Krafttraining hilft uns vor Stürzen zu bewahren und Knochenbrüche zu verhindern. Krafttraining richtig durchgeführt stabilisiert unser Herz–Kreislauf–System. Krafttraining beugt Rückenschmerzen vor. Krafttraining hilft Gewicht abzubauen.

Bekanntermaßen verlieren wir mit zunehmendem Alter an Muskelmasse. Zwischen dem 20. und 50. Lebensjahr beträgt der Verlust lediglich fünf bis zehn Prozent, um dann drastisch anzusteigen. Ab dem 50. Lebensjahr beträgt er dann bis zum 80. Lebensjahr 30 bis 40 Prozent. Dieser Muskelschwund führt zu einem zunehmenden Verlust an Muskelkraft und Muskelleistung.  Kräftige Muskeln bedingen stabile Knochen!

Was hat unsere Muskulatur mit unserem Knochen zu tun? Werden sich viele fragen. Knochen ist fest und stabil, aber keine „tote“ Matrix, sondern ein lebendes seiner Umgebung sich anpassendes Gewebe. Hierbei führen über die Muskulatur übertragene auf den Knochen einwirkende Maximalkräfte zu Anpassungen und stabilisierenden Veränderungen des Knochens. Kräftige Muskeln haben daher direkte Auswirkungen auf den Knochen. Sie haben osteoanabole (knochenaufbauende) Effekte und sorgen dadurch für eine bessere Knochenqualität.

Knochengesundheit bedeutet demnach körperliche Aktivität. Ohne Betätigung keine kräftige Muskeln. Ohne kräftige Muskeln kein stabiler Knochen. Bei nachlassender Aktivität schwindet auch die Muskulatur. Die Festigkeit des Knochens  lässt nach. Deshalb tun Sie aktiv etwas für ihre Knochen. Studien belegen, dass selbst über 80-Jährige noch davon profitieren.

Eine kräftige Muskulatur hat noch einen weiteren wichtigen Effekt. Sie sorgt auch für ein stabil geführtes Gelenk. Dies ist Voraussetzung für Bewegungssicherheit. Kräftige Muskeln schützen uns so vor Stürzen und Ihren Folgen. Sie helfen Stürze abzufangen oder ihre Folgen zu mindern. So kann vermieden werden, dass durch den Sturz verursacht, zu hohe Kräfte auf den Knochen einwirken. Die Gefahr eines Knochenbruchs ist geringer.

Eine kräftige Muskulatur setzt eine ausreichende Versorgung mit Eiweiß  voraus. Aber eine kräftige, gelenkstabilisierende Muskulatur alleine durch eiweißreiche Kost ist nicht möglich. Körperliche Aktivität, Training ist für die Umsetzung erforderlich. Im Gegensatz zum Ausdauertraining zielt Krafttraining nicht nur auf die allgemeine Fitness, sondern hat die Kräftigung des Knochens zum Ziel. Wird beim Gerätetraining mit einem hohen Gewicht gearbeitet, so dass dieses nur einige wenige Male bewältigt werden kann, trainiert man die so genannte Maximalkraft. Hierbei wird am Knochenansatz ein besonderer Reiz am Knochen ausgeübt, der zum Knochenaufbau führt oder zumindest den Knochenabbau hemmt.

 Dr. med. Peter Krapf, Orthopäde, ambulantes osteologisches Schwerpunktzentrum DVO Trier