Gewicht im Griff? Das lässt sich lernen

Gewicht im Griff? Das lässt sich lernen

Wer schon als Kind lernt, wie gesunde Ernährung aussieht, und bei der Zubereitung mithilft, wird auch als Erwachsener weniger Gefahr laufen, übergewichtig zu werden. Entscheidend ist, Zucker, Fette und Salz sparsam zu essen.

"Ich bin nicht zu dick, sondern nur zu klein." Sprüche rund ums Idealgewicht und überflüssige Pfunde gibt es viele. Und das hat auch seinen Grund: Rund 67 Prozent der Männer und 53 Prozent der Frauen bezeichnet die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hierzulande als übergewichtig. Tendenz steigend, auch bei Kindern.
Familie & Volksfreund Ernährung


Dabei braucht es nicht so viel, um von Anfang an den Grundstock für eine gesunde Ernährung zu legen (siehe Tipps für Babys und Tipps für Kinder). "Kinder brauchen keine Sonderlebensmittel", sagt Iris Brenner, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz in Koblenz und verbannt diese Produkte ins Reich der "Werbemaschen". Denn diese Produkte enthielten oft zu viel Zucker, Fett und Salz. Dabei genügen Kindern bis vier Jahren rund 1000 Kalorien täglich, bis sieben Jahren rund 1500 Kalorien und bis zehn Jahren rund 1800 Kalorien. Dass Kinderlebensmittel dennoch beliebt seien, liege an der Werbung, vermutet Brenner. Immerhin rund 100 Werbespots pro Tag schauen Zehnjährige heutzutage.
Trotz einer erblichen Veranlagung zum Moppeln sind es laut dem Verband für Unabhängige Gesundheitsberatung (UGB) vor allem Ernährung, Bewegung und persönliche Lebensumstände, die das Gewicht beeinflussen. Dinge also, auf die der Mensch aktiv eingehen kann. So beginnt der Alterungsprozess beim Menschen zwar nach der Pubertät, aber je nach Reservekapazitäten, Veranlagung und Ernährung macht sich dies erst ab dem 60. Lebensjahr bemerkbar.
Statt Kalorien zu zählen, ist es laut UGB "wichtiger, dass die Ernährung günstig zusammengestellt ist. Fürs Abnehmen gibt es kein Patentrezept". Mythen wie "Wenn man das Abendessen weglässt, nimmt man schneller ab" oder "Süßigkeiten sind tabu" verurteilt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) daher auch.
"Hungern ist auf jeden Fall falsch", rät auch Iris Brenner. Wichtiger sei es, in ausreichender Zeit und in kleinen, regelmäßigen Mahlzeiten zu essen und viel zu trinken. "Essen soll ja Spaß machen. Und wer bewusst isst und sich bewegt, der darf auch mal Süßes essen." Das gelte auch für Kinder, die schon früh und stets in die Essenzubereitung miteingebunden werden sollten. Aber auch im Alter sei es wichtig, 1"sich bedarfsgerecht zu ernähren". Während die jüngeren Alten bis 80 Jahre häufig eine Energieüberversorgung hätten, litten viele im hohen Alter eher unter Mangel (siehe Tipps für Senioren).

Wer sich gesünder ernähren und mehr Kontrolle über Zuckerbomben und Fettfallen haben will und dabei auch noch Wert auf heimisches Obst und Gemüse legt, für den gibt's die sogenannten Ampelkarten sowie den Saisonkalender der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Beide Einkaufshilfen ermöglichen eine leichtere Auswahl guter Kost. Schreiben Sie einfach eine E-Mail an mehrwert@volksfreund.de

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Im ersten Lebensjahr steht die gesunde Entwicklung, Ernährung und Allergievorsorge eines Kindes im Mittelpunkt. Muttermilch bleibt der beste Schutz zur Vorbeugung von Allergien. Fertige Säuglingsnahrung ist zwar vielfältig, aber verwirrend: "Pre-" oder "1"-Nahrung sollte am Anfang, "2"- oder "3"-Nahrung mit der Beikost gefüttert werden. Die Umstellung auf feste Nahrung ab dem fünften Monat fordert alle Eltern: Das "Netzwerk junge Familien" rät zum Gemüse-Kartoffel-Brei mit Fleisch oder Fisch mittags, gefolgt von Milch- und Obst-Getreide-Brei. Ob man Babykost selbst kocht oder im Glas kauft: Alles hat Vor- und Nachteile. Eltern sollten aber bei Gläschen auf überflüssige Zutaten achten, rät die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Ab dem zehnten Monat können Kinder am Familientisch mitessen.sasExtra

Im Alter hat der Körper einen sinkenden Grundumsatz bei weniger Aktivität. Doch der Nährstoffbedarf bleibt gleich oder ist gar höher, der Körper braucht aber weniger Kalorien. Im Alter lassen Appetit (oft durch Medikamente) und Durstgefühl nach, Geruch und Geschmack werden anders empfunden, Verdauung und Kauleistung sind oft träge. Tipps der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE): mehrere kleine Portionen am Tag essen, aktiv an der frischen Luft sein, Trinkfahrplan einhalten, mit Kräutern und Gewürzen mehr Geschmack schaffen, mit Vollkornprodukten, Obst und Gemüse den Darm anregen. sasExtra

Kinder brauchen keine Extrawurst, von Kinderlebensmitteln rät die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz sogar ab. Statt Frühstückscerealien empfiehlt sie Müsli mit Obst oder ein Brötchen mit Marmelade oder Honig. Bei Milchprodukten rät sie zu selbstgemachtem Nachtisch aus Joghurt oder Quark. Angereicherte Milchspeisen gelten als Süßigkeit und sollten nur selten gegessen werden. Wurst und Fleisch gehören nicht täglich auf den Speiseplan. Auch von Fertiggerichten wird gewarnt, weil viele zu viel Fett, Zucker und Salz enthalten. Wenn es schnell gehen soll, reichen Nudeln mit Tomatensoße aus passierten Tomaten mit Gewürzen. Auch gegen Tiefkühlgemüse und gefrorenen Fisch spricht nichts. Bei Süßwaren gilt: ein bis zwei Portionen einer Kinderhand reichen. Bei Durstlöschern ist Wasser weiter die erste Wahl. sas