Gesundheit : Kann ich mein Brustkrebsrisiko vermindern?

Vor mir in der Brustsprechstunde sitzt Anke M., sie ist Mitte 40 und stellt sich vor zur Abklärung eines Tastbefundes in der rechten Brust. Der Ultraschall zeigt einen unauffälligen Befund – Entwarnung!

Die Patientin ist beruhigt und sie fragt: „Was kann ich tun, um mein Risiko zu mindern?“

Dies sind häufig gestellte Fragen bei uns im Brustzentrum des Trierer Klinikums Mutterhaus der Borromäerinnen. An erster Stelle stehen hier Maßnahmen, die auch andere Erkrankungen vermeiden helfen – vereinfacht könnte man sagen „gesund leben“.

Was ist hierunter im Einzelnen zu verstehen? Zunächst sollten allseits bekannte krebsauslösende Stoffe wie Nikotin und Alkohol gemieden werden. Eine gesunde Ernährung mit wenig Fett oder überwiegend pflanzlichen Fetten, wenig rotem Fleisch, viel Obst und Gemüse, wird sich positiv auswirken. Wir raten also zu einem mediterranen Ernährungsstil.

Mit bewusster Ernährung verknüpft ist ein normales Körpergewicht, der BMI sollte einen Wert von 25 nicht überschreiten. Übergewicht stellt einen Risikofaktor für Brustkrebs dar, auch deshalb, weil in Fettzellen Östrogene gebildet werden.

Regelmäßige körperliche Aktivität von zwei bis drei Stunden pro Woche hat einen vorbeugenden Effekt, nicht nur für Brustkrebs. Möglicherweise gelingt es sprichwörtlich, dem Krebs davonzulaufen! Ursächlich für diesen positiven Effekt könnten ein veränderter Insulinstoffwechsel, die Verbesserung der Immunabwehr und die veränderte Ausschüttung von bestimmten Hormonen und Wachstumsfaktoren sein. Die positive Wirkung ist in Studien belegt, auch in der Nachbehandlung von Brustkrebs wird der Effekt von sportlicher Aktivität zunehmend untersucht und auch bewiesen.

Die Einnahme von Hormonpräparaten im Zusammenhang mit Wechseljahresbeschwerden stellt bei längerfristiger Einnahme, also länger als fünf Jahre, ebenfalls einen Risikofaktor dar.

Neben diesen sogenannten Lifestyle-Faktoren, die jeder von uns selbst beeinflussen kann, gibt es Risikofaktoren, die wir zwar kennen, aber nicht verändern können, so etwa der Zeitpunkt der ersten und letzten Regelblutung oder eine erbliche Veranlagung.

Mein Fazit: Die häufigste Krebserkrankung der Frauen werden wir nicht ausrotten oder vermeiden können, aber ich bin sicher, dass jeder einzelne sein persönliches Risiko verringern kann.

Dr. med. Marion Klieden ist Leitende Oberärztin in der Gynäkologie und Leiterin des Brustzentrums im Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen. In ihrem Beitrag berichtet sie darüber, wie das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, vermindert werden kann.

Das Brustzentrum am Trierer Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen ist seit 2004 zertifiziert und Teil des Onkologischen Zentrums. Als einziges Onkologisches Zentrum in der Region Trier ist dieses in Rheinland-Pfalz als „CC“ (Care Center) ausgewiesen. Das Onkologische Zentrum bildet sich aus einzelnen spezialisierten (Organ-) Zentren: Brustzentrum, Gynäkologisches Krebszentrum, Kopf-Hals-Tumorzentrum, Leukämie- und Lymphom-Zentrum sowie Viszeralonkologisches Zentrum mit Darmzentrum, Magenkrebszentrum, Ösophaguskrebszentrum und Pankreaskrebszentrum.