Heizperiode beginnt Heizölpreise im Sinkflug – jetzt kaufen oder lieber warten?
Heizöl ist zuletzt günstiger geworden. Setzt sich der Trend fort und lohnt es sich deshalb, mit dem Kauf zu warten? Was dafür und was dagegen spricht.
Die Blätter färben sich bunt, die Nacht bricht schneller herein, dicke Jacken hängen wieder an der Garderobe – langsam wird es Zeit, die Heizung aufzudrehen, wenn sie nicht schon längst läuft. Wer mit Öl heizt, braucht möglicherweise Nachschub. Es stellt sich die Frage: Sollte der lieber jetzt gekauft werden oder sollten Verbraucher besser noch warten? In den vergangenen Tagen sind die Ölpreise im Durchschnitt nämlich gesunken.
Heizölpreise zuletzt im Sinkflug – bleibt das so?
Zuletzt lag der Heizölpreis am Donnerstag, 17. Oktober, im Bundesdurchschnitt bei 98,60 Euro pro 100 Liter inklusive Mehrwertsteuer bei einer Abnahmemenge von 2500 Litern Heizöl in Standardqualität. Das ist zum Beispiel auf der Online-Plattform Tecson nachzulesen. Demnach ist der aktuelle Preis 2,7 Prozent günstiger als noch vor einer Woche.
Setzt sich der Sinkflug fort oder dreht sich der Trend um? Ganz eindeutig lässt sich diese Frage nicht beantworten. Bei Tecson ist nachzulesen, dass es sowohl Wartechancen gibt – also Argumente, warum Verbraucher auf weiter sinkende Preise hoffen könnten – als auch Warterisiken, also Gründe, wieso die Ölpreise wieder steigen könnten.
Deshalb könnten die Heizölpreise weiter sinken oder wieder steigen
Wie sehen die Wartechancen aus? Vereinfacht gesagt, liegen die sinkenden Preise derzeit daran, dass das Angebot steigt, während die Nachfrage eher schwach ist. Tecson listet Gründe dafür auf, wieso das so bleiben und der Preis für Heizöl damit weiter sinken könnte. Unter anderem werde für 2025 ein starkes Überangebot von Öl prognostiziert. Brasilien steigere seine Rohölproduktion zügiger als erwartet, während die Nachfrage schwach sei, vor allem aus China.
Auf der anderen Seite zählt Tecson die Lage im Nahen Osten zu den Risikofaktoren, wo ein Vergeltungsschlag Israels gegen den Heizölexporteur Iran noch aussteht. Zudem unterlägen die Schiffsfrachtrouten im Roten Meer weiterhin hohen Risiken. Auch angekündigte Leitzinssenkungen von US Fed (US-amerikanische Zentralbank) und der Europäischen Zentralbank könnten sich auf den Ölpreis auswirken. Denn wenn die Zinsen sinken, könnte die Nachfrage wieder steigen und damit auch die Preise.
Heizöl kaufen oder lieber noch warten?
Also kaufen oder warten? Diese Frage lässt sich nicht eindeutig beantworten. Tecson schreibt jedoch, dass die aktuelle Abwärtsdynamik die Heizölpreise wieder unter den Durchschnitt der vergangenen 100 Tage zurückführen könnte. Das kann als vorsichtige Empfehlung für Verbraucher verstanden werden, noch zu warten und auf sinkende Preise zu hoffen.
Laut der Plattform esyoil ist das auch die Tendenz der Verbraucher in Deutschland. Die Zahl der Heizölbestellungen steigt demnach derzeit nur langsam an und liegt leicht unter dem Durchschnitt. Das liegt laut esyoil auch daran, dass der deutsche Heizölmarkt die niedrigen Einkaufspreise für Rohöl und Gasoil nur zögerlich an die Verbraucher weiter gibt. Sollte es zu keinen Versorgungsstörungen beim Öl kommen, könnten die Preise esyoil zufolge weiter fallen und dann auch die derzeit hohen Händlermargen nachgeben.
In jedem Fall lohnt es sich für Verbraucher, die Ölpreise und die Entwicklungen rund um den Ölmarkt genau im Blick zu behalten. Dann kann man schnell reagieren, sollte es sich abzeichnen, dass die Preise wieder steigen.