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Mein schöner Garten
Herbst ist Pflanzzeit

Kathrin 
Hofmeister.
Kathrin Hofmeister. FOTO: TV / Kathrin Hofmeister
Die Herbstmonate sind die ideale Zeit für Neupflanzungen. Solange der Boden noch warm ist, bieten sich die nächsten Wochen ebenso gut für Umpflanzaktionen an. Mit kritischem Blick gehe ich daher durch den Garten und überprüfe, wo Stauden zu groß geworden sind, Blüten- und Blattfarben nicht zusammenpassen oder ein Gewächs den falschen Standort hat.

Häufig drückt man Spontankäufe in eine Beetlücke. Erst im Laufe der Saison merkt man, dass sie hier überhaupt nicht zur Geltung kommen. Oder man hat sich mit den Proportionen verschätzt, so wie bei der Dreiergruppe von Wiesen-Ehrenpreis, die ich im Frühjahr an den Rabattenrand gesetzt hatte. Sie blühten hervorragend. Der sonnige Standort gefiel ihnen gut. Doch die Höhe ihrer Blütenkerzen überragte alle Erwartungen. Anstelle vermittelnder Rosenbegleiter erinnerten sie an Giraffen, von denen man im Zoo immer denkt, wie kann ein Tier nur so einen langen Hals haben.

Bei Stauden wirkt es noch ulkiger, wenn die Reckhälse in der vordersten Reihe stehen. Deshalb gilt für Neu- wie Umpflanzungen: Erst einmal nach der Endhöhe und -breite erkundigen und dann den geeigneten Platz suchen. Dass sich eine Pflanze unwohl fühlt, sieht man ihr an.

Anstatt im wahren Sinn des Wortes aufzublühen, entwickelt sie sich zurück oder stagniert. Ausnahmen bestätigen die Regel: Zu ihnen zählen langlebige Stauden wie Silberkerzen oder Pfingstrosen. Sie präsentieren sich erst nach zwei bis drei Standjahren in ihrer wahren Pracht.

Man muss ihnen Zeit lassen und geduldig warten. Andere Leute bezahlen für ein derartiges Gelassenheitstraining viel Geld. Pflanzen liefern die „Entspannt-euch“-Übung gratis. Manchmal animieren sie aber auch zum Action-Sport – etwa in den Herbstwochen, wenn man schnell noch eine Hundertschaft an Zwiebelblumen in die Erde bringen will.

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