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"Hey Boss, ich brauch' mehr Geld" - Serie TV-Karrierewoche: Klug verhandeln

"Hey Boss, ich brauch' mehr Geld" - Serie TV-Karrierewoche: Klug verhandeln

Vorsicht, sensibler Bereich! Wer den Chef nach mehr Geld fragt oder die Karriereleiter eine Stufe emporsteigen möchte, sollte sich an einige Regeln halten. An welche? Das erklären Karrierecoach und TV-Kolumnist Martin Wehrle und der erfolgreiche IT-Haus-Geschäftsführer Thomas Simon.

Mit "Hey Boss, ich brauch\' mehr Geld", landete Gunter Gabriel 1974 einen Hit. Doch wer im Berufsalltag so mit den Vorgesetzten verhandelt, hat schon verloren. "Geld und Gehalt, das sind Reizwörter", sagt Karriereberater Martin Wehrle, "die man lieber vermeiden sollte." Statt um eine Gehaltsverhandlung sollte man den Vorgesetzten um ein Gespräch über Perspektiven bitten.Serie TV-Karrierewoche


Auch der Zeitpunkt spielt eine Rolle: "Immer dann, wenn man eine besondere Leistung vollbracht hat, ist es günstig", empfiehlt der Coach. Etwa, wenn man der Firma zusätzliche Einnahmen eingebracht oder einen neuen Kunden an Land gezogen habe. "Denn Sie wollen nicht einfach mehr Geld, sondern der Leistung angepasst werden", sagt Wehrle. Gehaltsanpassungen seien Echos. Konkret: "Der Mitarbeiter soll Vorteile, die seine Arbeit der Firma bringt, in den Mittelpunkt des Gesprächs stellen", rät der Coach.
Ratsam sei, mehr zu fordern, als man anvisiere. "Wer 500 Euro mehr will, sollte mit 650 Euro in die Verhandlung gehen", sagt Wehrle. Dann bleibe ein Verhandlungsspielraum. Erhöhe der Chef am Ende des Gesprächs das Gehalt um 500 Euro, fühle er sich nicht als Verlierer. Denn dies sollte immer vermieden werden.
Doch einfach ist das Verhandeln meist nicht: "Nein, dafür ist kein Geld da, ist ein Betriebsgeräusch", sagt Wehrle. Aber genau an diesem Punkt beginne die Verhandlung erst. Dann solle der Mitarbeiter mit guten Argumenten dagegenhalten. Bleibt der Chef trotz allem bei seinem Nein, kann laut Coach eine Zauberfrage Hoffnung schaffen: "Wenn wir in einem Jahr wieder zusammensitzen würden, was müsste geschehen sein, damit sie mir mehr zahlen?" Gehe der Chef auf die Frage ein, solle der Mitarbeiter dies schriftlich fixieren und dem Vorgesetzten das Protokoll per E-Mail zukommen lassen - und in einem Jahr nochmals verhandeln. Ansonsten gelten Schamfristen:
Zwischen zwei sogenannten Perspektivengesprächen sollten mindestens eineinhalb Jahre liegen. Wer befördert werden möchte, dem rät Wehrle vor allem eins: "Sich nicht unentbehrlich machen." Denn eine Beförderung bedeute dann, dass ein Loch in der Personaldecke entstehe. Deshalb sei es ratsam vorzubeugen. Mitarbeitern, die befördert werden wollen, empfiehlt er, sich vorher Gedanken zu machen, was mit der vakanten Position passieren könnte. Denn hier gilt: Mit guten Vorschlägen für die Nachfolge erhöht sich die Chance auf eine Beförderung.Faustregel für Verhandlung


Für Thomas Simon, einer der vier Geschäftsführer des rund 230 Mitarbeiter starken IT-Hauses in Föhren (Kreis Trier-Saarburg), gibt es nur ein K.O.-Kriterium bei Gehaltsverhandlungen: "Chef, ich will mehr Geld für weniger Arbeit."
"Tut der Mitarbeiter mehr fürs Unternehmen, dann kann er auch jederzeit mehr erwarten", sagt Simon.
Das stimmt mit dem überein, was Wehrle Ratsuchenden mit auf den Weg gibt: "Leistung und Gehalt müssen sich die Waage halten", sagt der Coach. Wer mehr Verantwortung übernehme, müsse auch mehr Geld verdienen.
Und mit einer Beförderung müsse auch immer das Gehalt steigen. Als Faustregel gelte: "Um 15 Prozent im eigenen Betrieb und um 25 Prozent nach einem Wechsel des Arbeitgebers."

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