Höchste Zeit für Rentner und Pensionäre

Höchste Zeit für Rentner und Pensionäre

Rentner und Pensionäre müssen klären, ob sie in den vergangenen Jahren Steuererklärungen versäumt haben. Noch können sie die Abrechnungen problemlos nachholen, schreibt die Zeitschrift Finanztest in ihrer aktuellen Ausgabe.

Trier. (ftd/red) Neue Kontrollen können für Rentner und Pensionäre zum Verhängnis werden. Ab Herbst erfahren ihre Finanzämter alle Renten, Pensionen und Versicherungssummen, die sie seit 2005 erhalten haben. Wer in der Vergangenheit Steuererklärungen versäumt hat, fliegt sehr leicht auf.

Statistik: Jeder vierte Rentner muss Steuern zahlen



Die Bundesregierung geht davon aus, dass jeder vierte Rentnerhaushalt Steuern zahlen muss. Das sind über drei Millionen. Viele geben trotzdem keine Steuererklärung beim Finanzamt ab. Zum Glück beginnen die Kontrollen erst nach der Bundestagswahl am 27. September. Wer Steuererklärungen nachholt, bevor das Finanzamt ihn entdeckt hat, geht garantiert straffrei aus. Je früher die Unterlagen dort sind, desto niedriger sind außerdem die Zinsen, die das Finanzamt für Steuerschulden aus der Zeit vor 2008 verlangt.

So lange das Finanzamt sich noch nicht gemeldet hat, kann jeder seine Verpflichtungen ohne Druck prüfen und Versäumtes in Ordnung bringen. Dabei hilft die Finanztest-Serie "Rentner und Pensionäre", die im Juli-Heft startet.

Im ersten Teil erfahren Rentner und Pensionäre, wie viel von ihren Renten, Pensionen und Versicherungssummen steuerfrei ist. Ob gesetzliche Rente, Beamtenpension, Firmenvertrag oder Privatrente: Die Steuervorteile sind unterschiedlich. Von der gesetzlichen Rente sind zum Beispiel 40 bis 50 Prozent steuerfrei. Günstiger sind dagegen Renten- und Kapitalzahlungen aus privaten Rentenversicherungen oder Firmenverträgen, die mit Einkommen finanziert wurden, das voll oder pauschal versteuert wurde. Oft bleiben davon mehr als 80 Prozent steuerfrei.

Das Gegenteil gilt für Firmen- und Riester-Verträge, die mit Einkommen finanziert wurden, das steuerfrei war. Dafür ist der Freibetrag sehr niedrig oder es gibt gar keinen. Finanztest erläutert am Fall eines 64-jährigen Rentners, wann Rentner und Pensionäre eine Steuererklärung abgeben müssen: Der Mann ist seit August 2006 im Ruhestand. Der steuerfreie Teil seiner gesetzlichen Rente richtet sich wie bei jedem nach dem Jahr, in dem sie begann. Der 64-Jährige hat 2006 von August bis Dezember zum ersten Mal rund 5 000 Euro Rente erhalten. Davon waren 2 400 Euro (48 Prozent) steuerfrei. Auf Basis der im zweiten Jahr gezahlten Rente hat das Finanzamt den jährlichen Rentenfreibetrag berechnet, den der Rentner bis an sein Lebensende erhält. Er hatte 2007 rund 12 000 Euro Rente. Sein Freibetrag beträgt deshalb 5760 Euro (48 Prozent) im Jahr.

Wann ist das Finanzamt aus dem Spiel?



Wenn zur gesetzlichen Rente keine Einnahmen dazukommen, wissen Rentner schnell, ob das Finanzamt von ihnen eine Steuererklärung haben will oder nicht. Sie müssen von der Jahresrente nur ihren lebenslangen Freibetrag und eine Werbungskostenpauschale von 102 Euro abziehen. Bewegt sich das Ergebnis in den genannten Grenzen, ist das Finanzamt aus dem Spiel. Rentnerpaare können doppelt so hohe Renteneinkünfte haben, und zwar 2005 bis 2008: 7664 Euro; 2009: 7834 Euro; 2010: 8004 Euro.

Gesetzliche Rentner ermitteln ihre Renteneinkünfte nach folgendem Schema: Gesetzliche Jahresrente minus persönlicher Rentenfreibetrag minus Werbungskostenpauschale von 102 Euro gleich Renteneinkünfte.

Wer Steuererklärungen nachholen möchte, braucht die Vordrucke dafür. Es gibt sie auch für frühere Jahre beim Finanzamt oder im Internet unter www.bundesfinanzministerium.de